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Theater Parchim : „Wir sind bei konkreten Schritten“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Aufsichtsrat des Mecklenburgischen Staatstheaters und Ministeriumsmitarbeiter machten sich ein Bild von der Elde-Mühle als Spielstätte

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 17:49 Uhr

Premiere und großer Bahnhof: Am Mittwochnachmittag verlegte der Aufsichtsrat des fusionierten Mecklenburgischen Staatstheaters seine Sitzung kurzerhand nach Parchim. Mit dabei: die Theaterführung und Mitarbeiter, Vertreter der Landesregierung, des Landkreises und der Stadt Parchim – gut 50 Frauen und Männer. Sie ließen sich von Walter Scheurich, dem letzten Chef der Elde-Mühle unter anderem die künftige Spielstätte zeigen, die immerhin 1897 nach Plänen eines Landesbaumeisters errichtet wurde. Am Umbau beteiligt sich das Land MV mit fünf Millionen Euro. Nimmt man den Anregungsgrad der Gespräche als Maßstab, ist der Funke gestern übergesprungen.

Die Tour hatte etwas vom Charme einer Wohnungsbesichtigung. „Hier könnte ich mir sehr gut das Foyer und die Theatergaststätte vorstellen“, erklärte Generalintendant Lars Tietje seinem Gesprächspartner Manuel Emmerlich, Referatsleiter Landesbeteiligungen im Bildungsministerium, den Silovorraum. Die Bühne würde dann im ehemaligen Silo Richtung Eldearm entstehen.

Genau solche Anregungen sollte der Besuch befeuern. Theater-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hansjörg Schmutzler: „Es ist im positiven Sinne eine große Aufgabe. Ich kann mir gut vorstellen, aus der Mühle eine Spielstätte zu entwickeln. Das Gebäude ist in einem erstaunlich guten Zustand. Hier kann man Theater spielen.“ Schmutzler verwies darauf, beim Umbau künftige Synergieeffekte zu berücksichtigen, so dass beispielsweise für das Schweriner E-Werk produzierte Stücke auch parchimkompatibel werden und umgedreht.

Generalintendant Lars Tietje möchte mit allen Sparten in Parchim präsent sein. Ab nächstem Jahr sei Parchim (noch die Stadthalle) ohnehin die Heimat der Fritz-Reuter-Bühne. Den Charme der alten Elde-Mühle als Theater zu nutzen, könne sich Tietje „toll vorstellen.“

Die positive Grundstimmung, die der Besuch am Mittwoch verbreitete, hat ihren Weg durch den Landkreis noch nicht gemacht. Stefan Sternberg (SPD), Vorsitzender des Kreistags-Bildungs- und Kulturausschusses erinnerte daran, dass „es im Kreistag ganz massiv zu ruckeln anfängt.“ Man könne den Bürgern den Stillstand in Sachen Mühlen-Umbau nicht mehr länger erklären. Sternberg: „Wir müssen den Bürgern suggerieren, dass es vorangeht.“

Seit 2014 sind die große Bühne und der Malsaal im Parchimer Theater aus bautechnischen Gründen für den Zuschauerverkehr gesperrt. 2015 beschloss der Kreistag den Kauf der alten Elde-Mühle als künftigen Standort. Ein Jahr später fusionierten die Parchimer und Schweriner Bühne und das Land sicherte fünf Millionen Euro für die Sanierung zu. Seitdem wird hinter den Kulissen an der „jüngsten Immobilie“ des Landkreises Ludwigslust-Parchim gearbeitet, wie Vize-Landrat Wolfgang Schmülling (SPD) zur Begrüßung sagte. Dass sich über den gestrigen Besuch hinaus längst etwas tut, bestätigte Referatsleiter Manuel Emmerlich: „Wir sind schon längst bei den konkreten Schritten.“

 

 

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