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Parchimer Zeitung

13. Dezember 2017 | 14:09 Uhr

"Wir müssen den Strompreis erhöhen"

vom

svz.de von
erstellt am 07.Dez.2012 | 05:45 Uhr

Parchim | Nun steht es fest, was viele befürchtet haben: Auch in Parchim wird der Strom im nächsten Jahr teurer. Mit der Jahresabrechnung, die den Kunden der Parchimer Stadtwerke Anfang kommenden Jahres per Post ins Haus flattert, bekommen sie es schwarz auf weiß. "Auch unser Unternehmen kann wie alle Stromanbieter in Deutschland die stark gestiegenen vom Staat festgelegten beziehungsweise regulierten Bestandteile des Strompreises nicht kompensieren", sagt Stadtwerkegeschäftsführer Dirk Kempke gegenüber SVZ. Es sei bedauerlich, dass damit neue Belastungen auf unsere Kunden zukommen, aber es fehlen uns die Alternativen.

Den Kunden der Parchimer Stadtwerke stehen zwei Tarifmodelle zur Verfügung. Die Mehrzahl der Verbraucher hat sich für den City-Strom entschieden. Sie bezahlen bislang einen Grundpreis von 89,28 Euro und einen so genannten Arbeitspreis von 23,28 Cent pro Kilowattstunde. Mit der bevorstehenden Tarifänderung erhöht sich deren Arbeitspreis auf dann 26,93 Cent pro Kilowattstunde. "Wir haben lange gerechnet, um die Tarifänderung so gering wie möglich zu halten", betont Prokurist Joachim Stark. Die 9946 Stadtwerkekunden haben im Vorjahr fast 20 Millionen kWh Elektroenergie verbraucht. Für den durchschnittlichen Verbrauch von 1950 kWh im Jahr waren 543,24 Euro zu bezahlen. Diese Summe wird sich bei einem Mehrbetrag von durchschnittlich 71,18 Euro pro Jahr auf dann 614,42 Euro erhöhen. "Wir bieten unseren Kunden weiterhin vergleichsweise günstige Konditionen an. Beim Stadtwerke-Ranking können wir unsere Position im preisgünstigen, vorderen Drittel behaupten", sagt der Geschäftsführer und fügt hinzu "Wir tragen als Stadtwerke die Energiewende mit, aber wir sind auch der Meinung, dass es Aufgabe der Politik wäre, die staatliche Strompreisbelastung und damit die Kosten für den Endverbraucher zu reduzieren". Der Strompreis setzt sich aus den Bestandteilen Erzeugung, Beschaffung, Vertrieb und Service, dem Netzentgeld sowie Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen. Die Stadtwerke können ihrerseits nur den Anteil von der Erzeugung bis zum Service beeinflussen. Damit machen die staatlich veranlassten Preisbestandteile ab 2013 über die Hälfte des Strompreises aus (2012: etwa 45 Prozent).

Im Kundencenter der Stadtwerke laufen schon jetzt die Telefone heiß. "Der Informationsbedarf der Verbraucher ist verständlicherweise groß und wir sind darauf eingestellt. Wer Fragen rund um seinen Vertrag hat, bekommt bei uns die Antwort", verspricht der Geschäftsführer. Dazu gehöre auch, dass ein Wechsel vom Tarif Grundversorgung in den günstigeren City-Strom empfohlen wird. "Mit einem Tarifwechsel lassen sich teilweise erhebliche Einsparungen erzielen ", ist sich Joachim Stark sicher. "Energie ist ein kostbares Gut und wird auch in Zukunft kaum preiswerter. Da lohnt es sich, im Haushalt die Reserven aufzuspüren", meint der Experte. Im Kundencenter können sich die Stadtwerkekunden nicht nur Tipps für den effektiven Energieverbrauch, sondern auch ein Messgerät für den Stromverbrauch im Haushalt kostenlos ausleihen. "Viele sind überrascht, welche Geräte Stromfresser sind. Das beginnt beim Wäschetrockner und geht bis hin zum kostspieligen Standbybetrieb der Heimelektronik", gibt Joachim Stark zu bedenken.

"Wer zu einem anderen Anbieter wechseln will, sollte die Angebote genau prüfen. Wir garantieren ein Sonderkündigungsrecht aus Kulanz ebenso wie eine verbindliche Preisbindung bis mindestens 28. Februar 2014", so der Geschäftsführer.

Die Stadtwerke Parchim wollen sich auf lange Sicht als Partner ihrer Kunden vor Ort und als Wirtschaftsunternehmen für die Region engagieren. "Der Anteil umweltfreundlicher Energie soll auch bei uns steigen. Deshalb investieren wir beispielsweise in ein neues Kraftwerk, das Holz aus dem Stadtwald in Wärme und Strom umwandelt. Damit erhöhen wir den Anteil an der Elektroenergie, die unabhängig von staatlichen Mehrkosten produziert werden kann", argumentiert der Stadtwerkechef. In Kürze sollen die Vorarbeiten für den Bau des Kraftwerkes neben der Tennishalle in der Weststadt beginnen.

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