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Autowerkstätten : Winter beschert Werkstatt Arbeit

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

SVZ fragt Fachleute in der Region: Was raten die Spezialisten Autofahrern, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen?

Batterien machen schlapp, Kraftstofffilter frieren ein, Autos werden zum Opfer von Unfällen auf glatten Straße: Der Winter beschert den Mechanikern zusätzliche Arbeit. SVZ fragte am Mittwoch nach in einigen freien Werkstätten der Region: Was raten die Spezialisten Autofahrern, um gut durch den Winter zu kommen?

In der Werkstatt von Uwe Schneider in Spornitz erhält gerade ein Pkw, der durch einen Glätteunfall beschädigt wurde, einen neuen Kotflügel. „Durch Glätte passiert mehr“, so Schneider. Vor Jahren gab es im Winter noch weit mehr Unfallschäden. „Die Kunden sind vorsichtiger beim Fahren“, so der Meister.

Probleme mit den Batterien, mit der Beleuchtung, mit dem Kühlwasser – damit hat die Werkstatt alljährlich im Winter verstärkt zu tun. Schäden an Autobatterien kommen regelmäßig vor, wenn der Frost einsetzt. Im Sommer startet die Batterie noch, und mit dem ersten Frost funktioniert sie nicht mehr.

Wie man vorbeugt: Regelmäßig ein Check vor dem Winter. Einmal im Jahr die Batterie nachladen, rät der Meister. Gerade bei Kurzstreckenfahrten hält sie nicht lang. Bei Kraftstofffiltern entstehen Problemen, wenn zu viel Wasser im Tank sei. Filter müssten rechtzeitig gewechselt werden. „Fast jedes Auto muss einmal im Jahr zur Durchsicht.“ Vor zwei Jahren, als plötzlich die Temperatur von null auf minus 15 Grad gefallen war, hat er es erlebt, dass auf dem Schlag mehrere Autos in seiner Werkstatt landeten. Der Diesel an den Tanksäulen war noch nicht auf Winter umgestellt.

Peter Rasch, Geschäftsführer einer freien Werkstatt an der Neuhofer Weiche in Parchim, kann sich noch gut an einen Winter vor zehn Jahren erinnern, als ein Kollege den ganzen Tag unterwegs war, um Autos Starthilfe zu geben. Damals fielen reihenweise die Batterien aus. Drei Wochen hatte die Werkstatt nur damit zu tun, die vielen defekten Autos eines Wintertages zu reparieren. Schäden gab es nicht nur an den Batterien, sondern u.a auch an der Kurbelgehäuseentlüftung. Jedes Jahr gebe es damit bei einer Fahrzeugmarke Probleme, so Rasch. Er rät: Wenn die Öllampe angeht und der Motor anfängt zu klappern, sollte man auf keinen Fall weiter fahren.

Damit Autofahrer gut durch die kalte Jahreszeit kommen, rät der Fachmann: „Das Auto nicht eine Woche stehen lassen, ohne zu fahren.“ Am besten jeden zweiten, oder sogar jeden Tag fahren. Die Handbremse sollte man nicht anziehen, so der Parchimer weiter.

Auch wenn es in diesem Winter noch nicht über längere Zeit extreme Minustemperaturen gab, waren in der Parchimer Werkstatt schon eingefrorene Autos. Das betraf sowohl das Kühlwassersystem als auch Kraftstofffilter. Ab minus 15 Grad könne man aufgrund des Bioanteils im Kraftstoff auch mit dem Winterdiesel Probleme bekommen, so Peter Rasch. Er plädiert deshalb für die Beigabe von Additiven. Auch bei Rettungsfahrzeugen nutzt man sie, sagt der Parchimer. Allerdings müssen die Additive eingefüllt werden, bevor der Frost entsteht. Sonst sei es zu spät.

Kfz-Meister Uwe Müller, selbstständiger Taxi-Unternehmer und Betreiber einer Werkstatt in Lübz, sagt: „Oft zeigt sich wie überall, dass mit zu wenig Kühlwasser gefahren wird, es Startschwierigkeiten wegen einer zu alten Batterie gibt, dass Licht völlig falsch eingestellt ist oder sich die Bremse wegen eingefrorener Handbremsseile nicht mehr löst.“ Zurück zu führen sei dies in der Regel auf mangelnde Wartung und Verschleiß. „Bezüglich der Bereifung sind meine Kunden gut versorgt“, so Müller. „Viele fahren sie jedoch so lange, bis der Zustand zu schlecht ist beziehungsweise legen sie zu spät an.“ Wichtig sei, rechtzeitig vor Beginn der kalten Jahreszeit zum Wintercheck zu kommen: „Den gibt es auch bei mir kostenlos.“

„Am schlimmsten ist es am Montag“, sagt Torsten Reiher vom gleichnamigen Autoservice in Sternberg. „Die Leute stellen Freitagabend ihr Auto ab und wollen am Montag wieder zur Arbeit. Oftmals ist die Batterie nicht mehr in Ordnung. Und da reicht schon so ein Wochenende.

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