Parchim/Zölkow : Windkraft kontra Warnow-Natur

In dieser Region sind derzeit 14 weitere Windeignungsgebiete vorgesehen, zu denen sich die Gemeinden geäußert haben. (Die Windräder können nur eine näherungsweise Darstellung der Lage der Gebiete darstellen, Brunow und Blievenstorf liegen außerhalb des Kartenbereichs, aber in der Nähe unserer Region.)  Grafik: Stepmap,123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
In dieser Region sind derzeit 14 weitere Windeignungsgebiete vorgesehen, zu denen sich die Gemeinden geäußert haben. (Die Windräder können nur eine näherungsweise Darstellung der Lage der Gebiete darstellen, Brunow und Blievenstorf liegen außerhalb des Kartenbereichs, aber in der Nähe unserer Region.) Grafik: Stepmap,123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Gemeinden des Parchimer Umlands äußern sich zu künftigen Windenergieflächen. Zölkow sieht Warnow-Renaturierung gefährdet

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08. Juni 2016, 08:00 Uhr

Die Hausaufgaben sind gemacht: Seit einigen Tagen liegen die Stellungnahmen der von künftigen Windenergie-Eignungsgebieten betroffenen Gemeinden beim Regionalen Planungsverband Westmecklenburg. Es geht um die Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg.

Wolfgang Hinz, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Parchimer Umland: „Die amtsangehörigen Gemeinden des Amtes Parchimer Umland haben sich mit dem Entwurf der Planungsunterlagen ausführlich beschäftigt. Jede Gemeinde hat fristgemäß eine Stellungnahme hierfür beim Regionalen Planungsverband abgegeben, die inhaltlich unterschiedlich ausgefallen sind.“

Wir berichten heute und in den nächsten Ausgaben über die Argumente, beginnen mit Zölkow. Die Gemeinde nervt die Häufung von Anlagen in der Region nördlich von Parchim: „Damit wird die Akzeptanz der Energiewende gefährdet.“

Eine Verkleinerung des Windparks Kladrum aus dem Regionalen Entwicklungsprogramm 2011 auf der Fläche 42/16 wird ausdrücklich begrüßt. Gegenüber der gemeindlichen Vorabbeteiligung seien um und in der Gemeinde Zölkow in einem „erschreckenden Ausmaß“ neue Potentialflächen hinzugekommen. Alle diese neu hinzugekommenen Flächen werden von der Gemeinde Zölkow abgelehnt.

Ebenso führt die Gemeinde ins Feld, dass die Warnow von Zölkow bis zum Schöpfwerk Floßgraben in den nächsten Jahren renaturiert werden soll. Die Konzeption für die Renaturierung in den Gemeindegebieten Obere Warnow, Zölkow, Mestlin wurde auf der Grundlage von Studien und Gutachten erarbeitet. Sie stelle eine Ausgleichsmaßnahme für die Errichtung von Windenergieanlagen dar und sei rechtskräftiger Bestandteil der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung.

Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung des Wasserverlaufs der Warnow von der Warnow Quelle in Grebbin bis hin zum offenen Warnow Verlauf als weitestgehend naturnahes offenes Fließgewässer. Damit soll neuer Lebensraum für seltene Arten geschaffen werden. Diese Maßnahme soll bis 2021 umgesetzt werden. In der Stellungnahme heißt es folgerichtig: „Die Errichtung neuer Windenergieanlagen stünde im Widerspruch zu den Ausgleichsmaßnahmen und ist daher abzulehnen.“

Die Gemeinde Zölkow beschäftigt sich intensiv mit der Häufung von Eignungsgebieten in der Planungsregion. Sie fordert deshalb, dass die Überlegungen für die Planung dringend wieder dahingehen sollten, dass in Häufungsbereichen der Fünf-Kilometer-Abstand wieder eingeführt werde. Zu berücksichtigen sei dabei, dass das Gutachten zur Begrenzung der Umfassung von Ortschaften lediglich einen Korridor von 3,5 Kilometern betrachte. Das neue Bürger- und Kommunalbeteiligungsgesetz definiere aber einen Umkreis von fünf Kilometern als von Windenergieanlagen belasteten Raum. Allein diese gesetzgeberische Aussage sollte Anlass genug sein, das Fünf-Kilometer-Kriterium zumindest in den Häufungsgebieten wieder einzuführen.

Die Gemeinde Zölkow fordert eine intensive Auseinandersetzung mit der Häufung von Windparks in Teilen des Altlandkreises Parchim und den Verzicht auf die Ausweisung neuer Flächen für die Windenergienutzung. Bereits durch die im Regionalen Entwicklungsprogramm von 2011 festgelegten Eignungsgebiete habe Zölkow „seinen Beitrag für die Energiewende und für die Erfüllung der energiepolitischen Konzeption der Landesregierung geleistet.“

Die übermäßige Häufung von Eignungsgebieten nördlich von Parchim trage nicht zur Akzeptanz der Windenergienutzung bei und gefährde damit die Ziele der Energiewende.

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