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Parchimer Zeitung

14. Dezember 2017 | 14:05 Uhr

Sanierung : Wiligrader Schlosspark blüht auf

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Nach fast vier Jahren Bauzeit geht Sanierung des Außenareals zu Ende: Rückkehr des Welfen-Löwen setzt den Schlusspunkt

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Löwenmaul und andere Sommerblumen geben nur einen kleinen Vorgeschmack darauf, was Freunde der Gartenkunst vom kommenden Jahr an rund um Schloss Wiligrad erwartet: 19 Hektar des einstigen Waldparks haben ihre alte Pracht zurückerhalten. Die Sanierung nach historischem Vorbild steht unmittelbar vor ihrem Abschluss. Dazu gehört auch, dass quasi als Höhepunkt der Welfen-Löwe nach Wiligrad zurückkehrt. „Genau 100 Jahre nachdem erstmals solch eine Statue in Wiligrad aufgestellt wurde“, freut sich Dietmar Braune. Der Gartenbau-Ingenieur vom landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften, betreut die Parksanierung. Schon im Sommer 1914 kam eine solche Staue an den Schweriner Außensee – als Geschenk für Herzog Johann Albrecht. Denn der Bau- und Hausherr von Schloss Wiligrad war von 1907 bis 1913 Regent im Herzogtum Braunschweig. Die Löwenstatue verschwand allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg und tauchte nie wieder auf, wie so manch andere Parkfigur. „Nun kehrt der Löwe zurück. Nicht das Original, aber ein Nachguss eines Braunschweiger Löwens“, erzählt Braune.

Der Kalksteinsockel mitten auf dem Rondell vor dem Schlosseingang steht bereits. Der Löwe wird Anfang Oktober raufgesetzt. Finanzministerin Heike Polzin darf die Statue am 8. Oktober enthüllen. Damit gibt die heutige Hausherrin den sanierten Park auch für die Öffentlichkeit frei. Komplett abgeriegelt war das Areal aber nie, trotz der seit Jahresbeginn 2011 laufenden Arbeiten. Stück für Stück näherten sich die Fachleute von Garten- und Landschaftsbau-Betrieben dem Schloss. Die Überreste des alten Rhododendronhains wurden aus dem Schatten einer Fichtenschonung befreit. Die Sichtachsen über den See entstanden wieder. Markante Bäume erhielten ihre Einzelstellung zurück. Wanderwege in einer Gesamtlänge von fünf Kilometern wurden angelegt. Schlimme Bausünden, so ein Schießstand und zwei Bunker der Volkspolizei der DDR, mussten entfernt werden. Und auch die vom Kunstverein Wiligrad aufgestellten modernen Skulpturen verschwanden aus dem direkten Umfeld des Schlosses, alle erhielten aber neue Plätze im angrenzenden Park. Neu in die Erde kamen u.a. 1 000 Rhododendronbüsche und 3 000 Gehölze. „Denn der Wiligrader Park hatte einen Waldcharakter. Hinzu kamen Rhododendren als dominierende Parkpflanze. Daran haben wir uns orientiert“, erläutert Braune. Und wenn zwischen den frisch gesetzten Bäumen derzeit Gras und Unkraut etwas höher steht, bittet der Fachmann um Nachsicht und Geduld. „Bei den Pflegearbeiten sorgen wir dafür, dass das Wachstum der jungen Bäume nicht beeinträchtigt wird.“ Die Gehölze werden schon in naher Zukunft dafür sorgen, dass der Unterwuchs verschwindet. Die Rasenflächen, die Blumenrabatten und die Ränder an den Wegen werden hingegen intensiv gepflegt.

Dass der Kernbereich des Schlossparks in alter Pracht neu entstand, ist auch der EU-Förderung für die ländlichen Räume zu verdanken. Mecklenburg-Vorpommern nutzte diesen Topf, um landeseigenen Parks aus einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf zu holen – so in Güstrow, Klütz, Ludwigslust und auch in Wiligrad. Allein am Schweriner Außensee wurden rund 2,8 Millionen Euro seit 2011 investiert. „In dieser langen Zeit des Bauens haben die Einwohner von Wiligrad und die hier etablierten Vereine viele Geduld aufbringen müssen“, bedankt sich Braune. Ganz aktuell ist die Hauptstraße zum Schloss nicht befahrbar. Die alte Bitumenbahn verschwindet, der Weg erhält eine Wassergebundene Decke. Doch darauf soll möglichst wenig Verkehr rollen: Am Ortseingang des Dorfes entstanden Buswendeschleife und Parkplätze neu, um Fahrzeug vom Schloss und seinen Nebengebäuden fern zu halten.

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