Parchimer Kino : Wiedersehensfreude am Heiligabend

Am Heiligabend 2016 fanden sich wieder viele ehemalige und heutige Mitarbeiter im Kino ein. Fotos: Christiane Großmann
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Am Heiligabend 2016 fanden sich wieder viele ehemalige und heutige Mitarbeiter im Kino ein. Fotos: Christiane Großmann

Immer am 24. Dezember lädt das Movie Star das Team und ehemalige Mitarbeiter zum Frühstück ein. Das Kino ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet

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27. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Während sich die jüngsten Besucher am Vormittag des Heiligen Abends im Parchimer Movie Star mit Pettersson und Findus die lange Wartezeit auf die Bescherung verkürzten und noch jede Menge Gutscheine für den Gabentisch über den Tresen gingen, hatte sich im Kino-Foyer eine aufgeweckte Frühstücksgesellschaft eingefunden. Immer am 24. Dezember lädt das Movie Star sein Team sowie ehemalige Mitarbeiter zum Weihnachtsfrühstück ein. Bietet es sich doch förmlich an, den Festbesuch bei den Eltern in Parchim mit einem kleinen Abstecher in die alte Wirkungsstätte zu verbinden. Josef Thielert und Franziska Stenzel kamen sogar zu dritt: Vor fünf Monaten erblickte ihre Tochter Charlotte das Licht der Welt.

Kino-Team wie eine zweite Familie erlebt

Für Veronika Greskamp seien ihre Kinojahre von 2003 bis 2008 eine prägende Zeit gewesen, „die mich dahin transportiert hat, was ich heute mache.“ Nach dem Abitur in Parchim ging sie zunächst ein Jahr als Au Pair in die USA. Dann führte sie ihr Weg nach Berlin: Galeriepraktikum, Studium der Kulturwissenschaften, parallel dazu Praktikas bei Produzenten bei einem Verbund für Kunstkinos. Seit Jahresbeginn ist die 27-Jährige für den Neue Visionen Filmverleih tätig.

Die Runde beim Weihnachtsfrühstückstreff ist über die Jahre beständig angewachsen. Als Ulf Klückmann vor elf Jahren im Parchimer Movie Star anfing, und die Organisation dieses Treffens übernahm, wurde der Tisch für etwa 20 Leute eingedeckt. Heiligabend 2016 schneiten etwa 45 Frühstücksgäste ein, dazu noch so einige, die einfach nur mal schnell Hallo sagen wollten.

Um den Kinobetrieb absichern zu können, arbeiten die drei hauptamtlichen Mitarbeiter mit durchschnittlich 15 Servicekräften, meist Schülern, zusammen. Kinoleiterin Ute Wolffram und Marketing Manager Stephan Rauchfuss, die seit dem Eröffnungstag im Oktober 2000 dabei sind, haben sich im Laufe von 16 Jahren schon an viele neue Gesichter gewöhnt: So um die drei Jahre währt meistens die Zusammenarbeit mit den jungen Leuten, bevor diese dann zur Ausbildung oder zum Studium in die weite Welt hinaus ziehen. Ulf Klückmann kam 2005 eher zufällig zu seinem Job im Movie Star, als er sich beruflich neu orientieren wollte. Er begann als Filmvorführer und ist heute für die technische Leitung des Hauses zuständig, das an 365 Tagen im Jahr – egal ob Werktag oder Feiertag – geöffnet ist. Tatsächlich war das Kino in all den 16 Jahren insgesamt nur drei Tage geschlossen, und zwar im November 2016, als das Haus eine neue Lüftungs- und Klimananlage bekam. Privat hat sich Ulf Klückmann längst mit den Arbeitszeiten bis weit nach Mitternacht arrangiert und sein System gefunden, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Egal, wann der 41-Jährige nachts zuhause in Lübz ins Bett fällt, eines ist ihm heilig: Morgens steht er pünktlich auf der Matte, um seine vierjährige Tochter in die Kita zu begleiten. Überhaupt könne er seine Arbeit nur leben, weil er so ein tolles privates Umfeld, habe: Ein SOS-Anfruf genügt, und Oma und Opa helfen.

Vor dem Fest mit der ganzen Klasse ins Kino


Dass die Weihnachtszeit eine klassische Kinozeit ist, kann Ulf Klückmann nur bestätigen. An den letzten drei Schultagen dieses Kalenderjahres steppte zum Beispiel regelrecht der Bär im Parchimer Movie Star: Schulklassen aus Lübz, Plau, Crivitz und Parchim sorgten bereits am Vormittag für rappelvolle Säle, bevor dann ab 14 Uhr der reguläre Kinobetrieb startet. Die 3D-Brillen werden im Parchimer Movie Star übrigens alle per Hand mit einem Spezialmittel abgewaschen und poliert. Wenn Star Wars oder ganz neu zum Fest der Disney-Streifen „Vaiana - Das Paradies hat einen Haken“ auf dem Programm stehen, kommen schon mal locker 300 bis 500 Brillen pro Tag zusammen.

Auf die Frage, welches für ihn das persönliche Kinoereignis des Jahres gewesen ist, hat Ulf Klückmann auf der Stelle eine Antwort parat: Der Pang-Film „Parchim International“. Zur Premiere in Anwesenheit der Regisseure gab es in allen drei Sälen keinen freien Platz mehr. Dass sogar der Protagonist des Dokumentarfilms Jonathan Pang persönlich zur Vorstellung kam, habe ihm imponiert.

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