InTernet : Wie weiter nach der Pleite?

Antenne für das Internet in Friedrichsruhe
Antenne für das Internet in Friedrichsruhe

Experten besichtigten das Funknetz in Friedrichsruhe - Entscheidung steht bevor

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28. August 2015, 14:45 Uhr

Wer sorgt dafür, dass Haushalte in Friedrichsruhe, Zölkow, Rom und Kladrum problemlos ins Internet kommen? Der Internetanbieter net.art GmbH aus Bad Kreuznach ist insolvent. Wemacom, eine Tochter des kommunalen Energieversorgers Wemag, sichert derzeit ab, dass die net.art-Kunden nicht abgeschnitten sind von der Internet-Welt. Ob das Unternehmen die Anlage übernimmt, könnte sich nächste Woche entscheiden. „Aktuell wird geprüft, ob eine Integration erfolgen kann“, erklärte heute eine Wemag-Sprecherin.

In dieser Woche besichtigten Vertreter von Wemacom und net.art die Anlagen. Die Zentrale des Funknetzes befindet sich am Gemeindehaus in Friedrichsruhe. Hier mündet ein leistungsstarkes Glasfaserkabel der Telekom. Auf dem Dach sichert eine Antennenanlage den Funkverkehr in die Ortsteile, in denen die Internetkunden wohnen. Dort gibt es weitere Antennen.

Seit 2009 gibt es die Funklösung, sagt Uwe Kröger, Bürgermeister in Friedrichsruhe. Da in mehreren Ortsteilen der Gemeinde kein Kabelanschluss an das Breitbandnetz in Sicht war, wurde eine Lösung ausgeschrieben. Die Regie übernahm das Breitbandkompetenzzentrum in Schwerin. Sinn dieser Ausschreibung: Auch dort, wo es für Telekommunaktionsanbieter unwirtschaftlich ist zu investieren, sollte ein schnellerer Internetanschluss geschaffen werden. Mit Geld vom Steuerzahler, der die Lücke zur Wirtschaftlichkeit schließt. Im Fall Friedrichsruhe habe es seinerzeit nur net.art als Interessenten gegeben, sagt Uwe Kröger. Seine Gemeinde gab allein einen Zuschuss von 8000 Euro für die Investition. Die Kommunen trugen ein Zehntel der öffentlichen Förderung.

So investierten auch andere Kommunen der Region Tausende in die Breitbandversorgung. Von der Pleite des Internetanbieters  aus Bad Kreuznach sind in der Parchimer Region die Gemeinden Zölkow, Obere Warnow, Rom (alle Amt Parchimer Umland), Dargelütz (Stadt Parchim), Friedrichsruhe und Bülow (Amt Crivitz) betroffen.

Durch eine defekte Funkantenne waren Kunden in Bülow und Umgebung vorrübergehend am 5. und 6. August vom Netz abgeschnitten. Aufgrund des Insolvenzverfahrens erfolgte keine Beauftragung zur Behebung der Störungen. Die Wemacom hatte sich bereit erklärt, die Reparaturen am Repeaterstandort in Speuss auf eigene Kosten vorzunehmen. Die Reparatur der Antenne war  der wichtigste Punkt, um das Funknetz der net.art in Bülow und Umgebung wieder in Betrieb zu nehmen. „Die Wemacom hat die Reparatur der defekten Funkantenne innerhalb eines Tages erfolgreich durchgeführt und dafür Kosten in Höhe von etwa 600 Euro auf sich genommen. Damit können die Kunden von net.art nun wieder das Internet nutzen und telefonieren“, so Rainer Killer von der Wemacom. Zunächst wurde die Nutzung des Funknetzes durch das Unternehmen für einen weiteren Monat gesichert.

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