Parchim : Wie lässt es sich hier leben?

Wollen sich ein Bild der Lage in unserem Landkreis machen: Sabine Sütterlin und Frederick Sixtus (v.l.)    ˆ
Wollen sich ein Bild der Lage in unserem Landkreis machen: Sabine Sütterlin und Frederick Sixtus (v.l.) ˆ

Beim Projekt „Teilhabeatlas“ diskutierten Bürger über örtliche Entwicklungschancen

von
24. Februar 2019, 05:00 Uhr

Unsere Heimat, unsere Lebensverhältnisse: Über diese Themen sprachen am Donnerstagabend die Teilnehmer der Diskussionsrunde „Teilhabeatlas“ im DRK-Haus in der Wallallee. Mit dem Forschungsprojekt will das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, unterstützt von der Wüstenrot Stiftung, die bundesweiten Teilhabechancen in den Landkreisen und kreisfreien Städten untersuchen. Ziel sei es mitunter, von anderen Landkreisen konkrete Verbesserungsmöglichkeiten zu übernehmen, so Sabine Sütterlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts. Neben den sieben Teilnehmern aus der Region sprachen die Vertreter außerdem mit dem Bürgermeister, Amtsvorstehern und Mitgliedern von Bürgerinitiativen, um eine möglichst umfassende Perspektive der Lage in unserem Landkreis zu bekommen. „Was gefällt Ihnen gut an dieser Region?“, war die Einstiegsfrage für die Teilnehmer. „Die Weite, die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben und vor allem die Verbundenheit“, lautet eine Antwort darauf. Aber auch die niedrige Bevölkerungsdichte und die etwas eigenwillige Mentalität wurden als Pluspunkte genannt.

Als es im Anschluss dann um die verbesserungswürdigen Sachverhalte in unserem Landkreis ging, gab es in der kleinen Runde eine rege Teilnahme. So wurde unter anderem das Thema Mobilität diskutiert. Dabei kritisierte Wolfgang Westphal vor allem das unzureichende Bahnnetz, seit der Einstellung der Südbahn zwischen Parchim und Malchow im Winter 2014. Ein weiterer stark debattierter Punkt war die Kreisgebietsreform 2011, die den Landkreis Ludwigslust-Parchim formte und damit die Fahrtwege zu vielen wichtigen Ämtern für die Menschen aus dem Altkreis Parchim erheblich verlängerte. Auch über die Atmosphäre in den Gemeinden wurde sich ausgetauscht: „In den Kommunen haben wir noch die Möglichkeit, unser Leben so zu gestalten, dass wir uns wohlfühlen, aber auf der Landesebene können wir nichts bewirken“, fasst Angelika Lübcke, Bürgermeisterin von Siggelkow, die Situation zusammen. Dennoch würde das ehrenamtliche Engagement bei der Lebensgestaltung auf den Dörfern abnehmen, beobachteten die Teilnehmer. Einvernehmen gab es auch, was den Mangel an Ärzten in unserem Landkreis betrifft.

Statistisch gesehen bietet der Landkreis Ludwigslust-Parchim also nur geringe Teilhabechancen, allerdings würde die junge Generation einen Wind der Veränderung mit sich bringen, lautet das Resümee der Veranstaltung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen