Parchimer ohne Hausarzt : Wie kommt ein Patient ans Rezept?

Unsicherheit in Parchim bei Menschen ohne Hausarzt. Kann die Kassenärztliche Vereinigung Antworten geben?

svz.de von
23. März 2016, 11:45 Uhr

Unsicherheit herrscht weiter unter einer ganzen Reihe von Patienten in Parchim: Wie kommen sie ab 1. April an Rezepte für dringend notwendige Medikamente?

Hintergrund: In einer  guten Woche schließt eine weitere Praxis einer Allgemeinmedizinerin  in Parchim. Angesichts bereits völlig überfüllter anderer Praxen in Parchim suchen offenbar immer noch etliche Patienten einen neuen Hausarzt. (SVZ berichtete.)

„Ich weiß nicht, was ich machen soll“, erklärte Cornelia Hildmann aus Parchim, die für sich und ihren Mann, der krebskrank ist, einen neuen Hausarzt benötigt. „Wir brauchen Medikamente.“ Für die nächsten Wochen   bekommt sie ein Rezept von ihrer bisherigen Hausärztin. Doch deren Praxis schließt Ende März.

Cornelia Hildmann hat nach eigenen Worten mittlerweile bei allen Hausärzten in Parchim und Umgebung nachgefragt. Und bei allen habe sich die gleiche Antwort erhalten: Es werden keine neuen Patienten aufgenommen. An manchen Praxen würden sogar schon entsprechende Schilder an den Türen hängen, an anderen auf dem Tresen stehen. Cornelia Hildmann hat in einer Praxis erfahren, dass hier bereits 1800 Patienten betreut werden und man am Limit sei.  Das versteht sie, aber es hilft ihr nicht weiter. „Man weiß nicht, was man machen soll.“ Sie wisse   von rund 50 Patienten aus der Praxis, die jetzt schließt, dass die Betroffenen ebenfalls noch keinen neuen Hausarzt gefunden haben.

Die Parchimerin will jetzt – auf Anraten ihrer Krankenkasse – einen Brief an die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) in Schwerin schicken, um das Dilemma zu schildern. Die KVMV hatte  gegenüber unserer Zeitung erklärt, was sie unternimmt, um Hausärzte zu gewinnen und dass man weiterhin für eine  Niederlassung in Parchim werben werde (SVZ berichte am 18. März). Eine aktuelle Lösung gegen die Hausarztnot in der Kreisstadt präsentierte die KVMV allerdings bisher  nicht.

Doch die Bürger warten auf schnelle Antworten:  Woher bekommen die Patienten ohne Hausarzt künftig ihr Rezept? Woher bekommen sie ihre Überweisungen zum Facharzt? Diese Frage stellten wir an eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung. Das Thema wird offensichtlich hoch angebunden im Vorstand der KVMV behandelt. Zu einer schnellen Antwort   auf diese Fragen war die Vereinigung allerdings nicht in der Lage.

In den vergangenen Tagen wurde die Not um die Hausärzte in Parchim auch auf der Facebook-Seite unserer Zeitung im Internet diskutiert. Gabriela Tesch berichtet, sie erhielt das Angebot, sich einen Hausarzt in Schwerin zu suchen (lesen Sie  auf dieser Seite) .

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