Jubiläum in Klein Pankow : Wie hält sich ein Hundertjähriger fit?

Der 100-jährige HugoHinzpeter wohnt heute zur Untermiete im Haus von Sabine und Hartmut Erdmann in Klein Pankow. Sabine Erdmann ist sein Ziehkind.
Der 100-jährige HugoHinzpeter wohnt heute zur Untermiete im Haus von Sabine und Hartmut Erdmann in Klein Pankow. Sabine Erdmann ist sein Ziehkind.

Hugo Hinzpeter aus Klein Pankow feierte seinen 100. Geburtstag. Jubilar überrascht viele mit seiner Schlagfertigkeit

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18. März 2016, 05:00 Uhr

Großer Tag in Klein Pankow: Hugo Hinzpeter wurde am Mittwoch 100 Jahre alt. Bis in den späten Abend wurde das Jubiläum in der Gaststätte Zur Ottoquelle in Wahlstorf gefeiert. Die Rede zum Empfang hatte der Hundertjährige selbst verfasst.

„Man muss sich wundern, was er noch für einen Gedankenlauf hat“, sagte seine Nichte Margrit Hasselmann. „In der Politik macht ihm keiner was vor.“ Bis vor noch nicht all zu langer Zeit habe er noch jeden Tag die Zeitung von vorn bis hinten gelesen. Jetzt mache seine Augenlicht nicht mehr so mit. Er bekomme aber ein Lesegerät, berichtete seine Nichte.

Am Haus in Klein Pankow, in dem der Jubilar lebt und wo kurz vor der Abfahrt zur Feier noch ein Foto entstand, war ein Leinentuch gespannt: „Hurra, Hurra, der Hugo wird heut 100 Jahr“. Das hatten Sabine und Hartmut Erdmann angefertigt. Sabine Erdmann ist ein Ziehkind von Hugo Hinzpeter und seiner verstorbenen Ehefrau Ursula, mit der er 48 Jahre verheiratet war. Die Ehe war zwar kinderlos geblieben. Doch trotzdem stand das Haus in Klein Pankow Kindern offen. Sabine Erdmann ging hier von klein auf ein und aus. Hinzpeters waren für sie da, wenn die Eltern auf Arbeit waren. Und auch Nichte Margrit Hasselmann hatte hier ein zweites Zuhause. „Er ist ein liebenswerter Mensch“, erzählte sie über ihren inzwischen hundertjährigen Onkel. „Mein Onkel kann nie böse sein. Er ist nicht nachtragend.“

In dem Haus in Klein Pankow hatten Hinzpeters einst eine eigene Landwirtschaft geführt. Später war der heute Hundertjährige Brigadier in der LPG.

Als junger Mann musste er wie alle in seinem Alter in den Krieg ziehen. Von 1938 bis 1948 musste er deshalb die Heimat verlassen. „Vom Anfang bis zum bitteren Ende“, sagte er. Die letzten drei Jahre davon war er in Kriegsgefangenschaft. Schwere Zeiten. Hugo Hinzpeter: „Das haben wir alles überstanden.“

Der Hundertjährige wirkte hellwach und schlagfertig. Als er gefragt wurde, wie er sich an seinem 100. Geburtstag fühlt, meinte er: „Man fühlt sich so, wie man ist!“

Auf seiner Feier zum Hundertsten sorgten später auch Freunde aus seiner Berliner Zeit für Stimmung. In die Region war Hugo Hinzpeter nach dem Tod seiner Ehefrau gezogen, zu seiner Bekannten Johanna. Als auch sie starb, zog er zurück in sein Heimatdorf und wohnt mittlerweile bei Sabine und Hartmut Erdmann zur Untermiete.

Jetzt müsse er aber los, drängelte Hugo Hinzpeter. Schließlich warten seine Gäste auf ihn und er müsse eine Rede halten. Und er setzte sich ins Auto, das ihn nach Wahlstorf brachte. Eine Frage beantwortete er noch dem Reporter: Wie wird man 100 Jahre und hält sich dabei fit? „Hin und wieder ein Glas Bier“, sagt er. „Und einen kleinen Schnaps“. Seine Nichte verriet: Es muss aber schon ein guter Cognac sein.

Übrigens: Es soll im gesamten Amtsbereich Eldenburg-Lübz nur zwei Einwohner geben, die hundert und mehr Jahre alt sind. Das war die Auskunft der Amtsverwaltung.

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