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Nachwuchsakademie : Wetter und Klima zwei Paar Schuhe

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Meteorologe Stefan Kreibohm bei Parchims Nachwuchsakademie PaNAk / B-Trium im Gymnasium bis auf den letzten Stuhl gefüllt

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 15:24 Uhr

Die Frage lässt aufhorchen: „Klimawandel – Vor uns die Sintflut?“ Das Thema beschäftigt auch Prof. Dr. Bernd Klausch, geistiger Vater der Parchimer Nachwuchsakademie PaNAk, seit Jahren. Auch deshalb ist er hartnäckig geblieben, einen Experten für dieses Thema zu gewinnen. Nachdem Meteorologe Stefan Kreibohm bereits vor zwei Jahren bei der ersten PaNAk-Vorlesung als Wetterversteher  antrat,  war der gebürtige Parchimer für Prof. Dr. Bernd Klausch auch diesmal erste Wahl. Doch Stefan Kreibohm räumt ein: „Ich bin kein Klimatologe. Ich kann das Thema nur aus Sicht eines Wettermanns beleuchten“, gibt er gestern zum Auftakt seines Vortrages zu bedenken. Wetter und Klima sind zwei Paar Schuhe.

Prof. Dr. Bernd Klausch hat sich gründlich mit der Materie beschäftigt. Für ihn steht fest, dass sich das Wetter auf der Grundlage des Klimas in jeder Region in Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung, der Temperatur, dem Luftdruck, der Windstärke und - Richtung sowie der Luftfeuchtigkeit und Bewölkung unterschiedlich entwickelt. „Auch wenn es gegenwärtig wärmer wird, leben wir noch immer in der letzten Eiszeit.“ Spätestens an dieser Stelle wurden viele der rund 200 zuhörenden Schüler im B-Trium des Gymnasiums hellwach. Hatte doch längst nicht jeder gewusst, dass Eiszeiten dadurch definiert werden, dass an den Polen und in den Hochgebirgen der Erde permanent Gletscher existieren.

Für Stefan Kreibohm, der das Handwerk des Meteorologen von der Pike auf gelernt hat, ist die nüchterne Begriffserklärung ein wichtiger Bestandteil, um sich der komplexen Klimaproblematik anzunähern. „Ändert sich das Wetter, ändert sich auch das Klima“, kann er bestätigen, doch es sei viel schwieriger Antworten auf die Frage zu finden, welche Auswirkungen die Veränderungen des Klimas letztendlich auf das Wetter haben können. Für ihn ist  interessant, welche Wetterlagen  es in  einem global wärmeren Klima häufiger geben könnte.

Die Daten und Fakten – die Meteorologen wie Kreibohms erster Lehrmeister, der inzwischen pensionierte Leiter der Marnitzer Wetterstation Werner Schulz, in Jahrzehnten gesammelt und ausgewertet haben – sprechen für sich. In Jahrhunderten folgen die Temperaturen einer Fieberkurve mit derzeit ansteigender Tendenz. Und doch bleibt auch Stefan Kreibohm seiner Auffassung treu: „Unser Wetter bewegt sich im normalen Rahmen. In Mitteleuropa ist das Spektrum sehr groß. Da kann es ziemlich warm und auch ziemlich kalt werden.“ Die Faktoren, die uns beeinflussen, reichen von der Sonnenstrahlung, der Wolkenbildung  über die so genannte Westdrift bis zum Golfstrom.

Auch nach einer Stunde Vortrag zieht Stefan Kreibohm die Schüler in seinen Bann. Schließlich wollen sie doch erfahren, ob wir der drohenden Sintflut ins Auge sehen müssen. „Wir lernen unser Klima gerade erst kennen. Ja, es hat sich verändert, aber es gibt auch keinen Klimastandard, der für die letzten 500 Millionen Jahre gilt“, meint Stefan Kreibohm. Wie es weiter geht, ließe sich so einfach nicht beantworten. Die Wissenschaft sei sich einig, dass Klimaprognosen noch nicht möglich sind. Auch deshalb spricht man nur von „Szenarien“.

Den jungen Zuhörern gibt er dennoch eins mit auf den Weg: „Wenn wir nicht wissen,  was unser Tun auslösen kann, sollten wir trotzdem damit aufhören.“   Wetter und Klima bleiben spannend.

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