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625-Jahrfeier Ziegendorf : Westbesuch brachte Bananen mit

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Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Ziegendorfer und Nachbarn feierten Dorfjubiläum mit grandiosem Festumzug.: 625 Jahre in 55 bewegten Bildern

svz.de von
erstellt am 17.Jul.2017 | 11:00 Uhr

Dass sich der historische Festumzug zur 625-Jahrfeier Ziegendorfs bei allerbestem Fotowetter weit über eine Stunde durch das langgestreckte Straßendorf und ein beinahe nahtloses Spalier begeisterter Zuschauer bewegen würde, das hatten sich weder der mit Kamera dokumentierende Organisator Berthold Leu noch das 25-köpfige Festkomitee um Markus Lehmann vorab träumen lassen. Dieser Korso aus 55 bewegten Bildern der Geschichte und Gegenwart war zweifellos der Höhepunkt der dreitägigen Feierlichkeiten.

Der Umzug dauerte eine Stunde.
Der Umzug dauerte eine Stunde. Foto: Bernd Möschl

Mit welchem Stolz und Selbstbewusstsein dieses Dorfjubiläum begangen wurde, zeigte sich schon lange vor dem Startsignal in Gestalt festlich geschmückter Häuser und Vorgärten, sondern auch in der Tatsache, dass den Reigen der geschichtsträchtigen Fahrzeuge von der allerneusten Errungenschaft der Dorfgemeinschaft – dem vielseitigen knallroten Gemeindetraktor mit seinem Fahrer Silvio (dem neu eingestellten Gemeindearbeiter) – eröffnet wurde.

Ziegendorfer stehen zur Historie und feierten Waschtag.
Ziegendorfer stehen zur Historie und feierten Waschtag. Foto: Bernd Möschl

Im Rhythmus der Premsliner-Glövziner Blaskapelle folgten auf dem Fuße drei urig kostümierte Wasserträger mit symbolischen Lasten der Jahrhunderte am trotz allem fröhlich geschulterten Joch (Eimertragholz). Doch dies blieben nicht die einzigen auffälligen Kostümträger, denn etliche Ziegendorfer hatten sich im geretteten Theaterfundus der ehemaligen Hamburger Kammerspiele für ihren Auftritt perfekt ausgestattet. So fanden sich im Festumzug ein preußischer Offizier neben der umtriebigen „Bongsche Fru“, die alle freundlich mit Süßigkeiten bedachte und dann überraschend vom „Westbesuch Onkel Heini und Tante Helmi“ eine Banane aus dem gelben VW-Käfer gereicht bekam. Hingucker waren natürlich auch das gespielte Brautpaar in weißer Hochzeitskutsche hinter einem Siggelkower Kremser sowie die einheimischen Feuerwehrveteranen in originalgetreuen Uniformen aus alter Zeit auf der historischen Handdruckspritze von 1730, die bekanntlich in Suckow restauriert wurde. Überhaupt zeigten sich die Nachbarn äußerst engagiert mit ihren Beiträgen zum Ziegendorfer Jubelfest. Das begann schon mit der originell nachgestellten Sage um den schiefen Glockenturm von Stresendorf, manifestierte sich in geschichtsträchtigen Fahrzeugveteranen vom urigen Ackerschlepper über B 1000, Wartburg 311 und LO aus DDR-Produktion sowie diversen ausgedienten Militärfahrzeugen bis hin zum echten „Hühnerschreck“ (Fahrrad mit Hilfsmotor).

Fröhliche „Wasserträger“
Fröhliche „Wasserträger“ Foto: Bernd Möschl

Nicht zu vergessen auch die stolzen und ihrer Stammkundschaft sehr verbundenen Handwerker und Landwirte in Haupt- bzw. Nebenerwerb. Es hatte sogar den Anschein, dass hiesiger Bauernstolz nicht nur in Gestalt aufwändig herausgeputzter Schauwagen sondern sogar auf gerade vom Feldeinsatz gekommener Landtechnik mitfuhr.

Apropos: Stolz! Den spiegelten die Feiernden sowohl in der phantasievollen Darstellung vergangener Erfolge (siehe Fanfarenzug bis 2010) und aktueller Errungenschaften (darunter Sportverein Rot-Weiß Ziegendorf, Kita „Sonnenschein“, Grundschule Groß Godems, Diakonie Sozialstation) als auch ausdrücklich in Familientraditionen, etwa in Form eigener Festwagen sowie sympathisch erklärender Aufsteller an verschiedenen Grundstücken (übrigens nicht nur aus alter Zeit).
 


 

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