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Parchimer Zeitung

23. Oktober 2017 | 17:22 Uhr

Parchim : Wer stoppt gefährliche Hunde?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Mehr Attacken von Hunden auf Passanten und andere Vierbeiner in den ländlichen Gemeinden im Parchimer Umland

von
erstellt am 05.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Eine Frau stürzte nach einer Attacke durch einen Hund von einem Fahrrad und verletzte sich schwer. Ein Vierbeiner biss einen Artgenossen fast tot. Ein Riesen-Rottweiler musste aus einem Zwinger geholt werden, nachdem er vom Besitzer beim Umzug zurückgelassen wurde. Das sind drei traurige Vorkommnisse mit Hunden, die sich im Vorjahr in Dörfern rund um Parchim ereignet haben und mit denen sich Polizei, Veterinäramt des Landkreises und das Amt Parchimer Umland befassten.

Deutlich zugenommen haben Vorfälle, bei denen unbeaufsichtigte Hunde Passanten, andere Hunde und Katzen gebissen und bedroht haben, erklärte Amtsverwaltungschef Wolfgang Hinz kürzlich im Amtsausschuss. Hinz und sein Kollege im Ordnungsamt Hans-Joachim Niemann erläutern: Bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz schreitet das Veterinäramt des Landkreises ein. Wenn jemand durch einen Biss geschädigt wird, kann er über eine Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei sein Recht geltend machen. Das Ordnungsamt ahndet Verstöße gegen die Hundehalterverordnung.

Vor allem auf die Gemeinde Lewitzrand konzentrierten sich 2016 die Vorkommnisse mit gefährlichen Hunden. Hier wurden fünf Vorfälle bekannt. Andere wurden aus Ziegendorf und Zölkow gemeldet.

Es gibt Gemeinden, die spezielle Hundeverordnungen erlassen haben. Das trifft auf die Kommunen im Amt Parchimer Umland nicht zu, sagt Niemann. Hier gelten die Bestimmungen der Hundeverordnung Mecklenburg-Vorpommern. „Ich muss einen Hund nicht anleinen“, erläutert der Fachmann. „Aber er muss parieren.“ Wenn also ein Tier beim nötigen Kommando „Sitz“ in bestimmten Situationen keine Ruhe gibt, gehöre es an die Leine. Hunde dürfen gegen den Willen ihrer Besitzer nicht frei und unbeaufsichtigt herumlaufen. Aber wer einen Hund hat, muss ihm auch Auslauf lassen, so Niemann. Allerdings in Ruf- und Sichtweite. Auch außerorts. Es könne nicht sein, dass sich Hunde Rehkitze schnappen. Das ist dann übrigens ein Fall für die Jagdbehörde.

Auf den Dörfern ist die Ordnungsbehörde gefragt. Beispielsweise wenn beißwütige Schäferhunde oder Rottweiler sich nicht von ihren Haltern bändigen lassen, um Spaziergänger, andere Hunde oder Katzen anzufallen. Nicht nur ein schlecht gesichertes Grundstück kann zum Problem werden, sondern beispielsweise, wenn Halbwüchsige mit einem Hund Gassi gehen, der doppelt so schwer wie sie ist und den sie gar nicht aufhalten können.

Das Amt Parchimer Umland leitete im vergangenen Jahr sieben Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen die Hundeverordnung ein. Zwei Bußgeldbescheide und eine sogenannte Ordungswidrigkeitsverfügung wurden erlassen. In zwei Fällen gab es Ermahnungen, zweimal ist die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Hier wartet das Ordnungsamt noch die Ermittlung ab.

Bis zu 5000 Euro Bußgeld kann das Ordnungsamt bei Verstößen verhängen. In der Realität werden Hundehalter im Amtsbereich meist mit 50 bis 100 Euro plus Gebühren belangt, bei einem Wiederholungsfall waren schon 300 Euro fällig. Zu den Verfügungen, die das Ordnungsamt erlässt, kann es gehören, dass ein Hund nur angeleint spazieren darf und möglicherweise nur mit Maulkorb. Allerdings muss dafür zuvor ein Gutachten eines Veterinärs vorliegen.

Hans-Joachim Niemann rät: „Generell sollte man ein Tier, was man nicht kennt, nicht von Kindern streicheln lassen.“

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