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Parchimer Zeitung

19. November 2017 | 06:12 Uhr

Wer stoppt das Ausbluten Parchims?

vom

svz.de von
erstellt am 16.Apr.2013 | 05:56 Uhr

Parchim | Die Kreisstadt scheint nach dem Eindruck vieler Parchimer auszubluten: Amt für Landwirtschaft und Finanzamt wurden in den vergangenen Jahren geschlossen. Die Landesfußballschule steht offensichtlich vor dem Aus. Die Polizeiinspektion wurde statt in der Kreisstadt im benachbarten Ludwigslust angesiedelt. Das Amtsgericht steht auf der Kippe. Und was tut die Landesregierung dagegen? Diese Frage stellte die Parchimer Zeitung gestern nach einer Kabinettssitzung der Landesregierung in der Kreisstadt Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD).

Sellering erinnerte daran, dass es bei der Gebietsreform eine sehr knappe Entscheidung zur Kreisstadt zwischen Ludwigslust und Parchim gegeben habe. Er habe den Eindruck, dass der Ausgleich zwischen beiden Städten gut gelungen sei. Als eine Aktivität gegen das Ausbluten Parchims nannte er die Unterstützung der Landesregierung für das Theater. "Das wollen wir erhalten." Auch in Sachen Gericht sieht der Landesvater offenbar nicht schwarz für die Kreisstadt. Es soll nach derzeitigem Stand eine Zweigstelle geben. "Wir verstehen darunter nicht, dass sie kleiner ist als die Hauptstelle", so Sellering. Durch das Festschreiben dieser Zweigstellen im Gesetz könne verhindert werden, dass sie geschlossen werden.

Gisela Schwarz (SPD), Kreistagspräsidentin von Ludwigslust-Parchim, verwies darauf, dass sich der Kreistag eindeutig dafür ausgesprochen hat, alle drei bisherigen Gerichtsstandorte zu erhalten: Parchim, Ludwigslust und Hagenow.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sieht kein Problem darin, dass die Polizeiinspektion ihren Sitz nicht in der Kreisstadt sondern in Ludwigslust hat, wie gestern seinen Worten zu entnehmen war. "Auf die Sicherheit in Parchim hat das keine Auswirkungen", sagte er. Zur Landesfußballschule verwies Caffier auf die Trägerschaft durch den Fußballverband.

Sellering, Caffier, Schwarz und Landrat Rolf Christiansen (SPD) hielten gestern eine gemeinsame Pressekonferenz ab, nachdem das Landeskabinett erstmals in Parchim beraten und anschließend mit Politikern des Landkreises Ludwigslust-Parchim über die wirtschaftliche Entwicklung der Region, die Lage der Kommunen und die Energiewende diskutiert hatte.

"Das große Thema waren die Kommunalfinanzen", so Christiansen. Er verwies auf Unterschiede zwischen den Regionen. "Es gibt ein paar Problembereiche." Nicht nur im Altkreis Parchim. Auch die Griese Gegend sei nicht mit dem Westteil des Kreises vergleichbar.

Zum Thema, dass neue Eignungsräume für Windenergie ausgewiesen werden sollen, verwies der Landrat auf die unterschiedlichen Interessen. Er plädierte dafür, solche Gebiete zu nutzen, in denen auch die Gemeinden dahinter stehen und in denen die "regionale Teilhabe" gesichert ist. Sprich dass die Einheimischen und die Kommunen von den Windrädern vor ihrer Tür profitieren. Das soll festgeschrieben werden.

Der Landkreis unterstütze Gemeinden, wenn sie wirtschaftlich schlüssige Konzepte für den Energiewandel aufweisen, so Christiansen. Als gutes Beispiel nannte er Lübesse. Die Gemeinde war hoch verschuldet. Jetzt sei die Kommune auf dem Weg zur Entschuldung - durch die Einnahmen aus eine Photovoltaikanlage.

"Wir sind sehr optimistisch, dass der Großkreis eine gute Entwicklung nehmen wird", erklärte Gisela Schwarz. Sie machte auch darauf aufmerksam, dass das Ehrenamt im Landkreis einen großen Zeitaufwand bedeutet. Die 77 Kreistagsmitglieder begleiten ehrenamtlich einen großen Bereich, während die 71 Vertreter im Landtag vollberuflich Abgeordnete sind.

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