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Parchimer Zeitung

15. Dezember 2017 | 19:08 Uhr

Feuerwehren : Wer sorgt für das Löschwasser?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Eigentlich sind die Kommunen zuständig. Erste Gemeinden wollen die Aufgabe jedoch an den Zweckverband Parchim-Lübz übertragen.

von
erstellt am 26.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Wasser marsch! Wenn es brennt, muss genügend Wasser zur Verfügung stehen, damit die Feuerwehrleute löschen können. Dafür haben die Gemeinden zu sorgen. Einige Kommunen im Parchimer Umland wollen diese Aufgabe abgeben. Damit haben sich beispielsweise die Gemeindevertretungen von Zölkow und Stolpe befasst. Die Idee ist: Der Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz (WAZV), der sich ohnehin schon um Trinkwasser und Abwasser kümmert, könnte auch die Löschwasserbereitstellung übernehmen. Dazu fielen die ersten Beschlüsse in Dorfparlamenten.

Ob es dazu kommt, bedarf allerdings noch eines langen Entscheidungsprozesses, ist von Henning Schmidt, dem 2. Stellvertretenden Geschäftsführer im WAZV, zu erfahren. Dazu seien Beschlüsse im Verband notwendig und auch die Satzung müsste geändert werden.

Denn laut der darf sich der WAZV nur um Trink-, Schmutz- und Regenwasser kümmern. Wenn der Verband wirklich die Löschwasserbereitstellung übernimmt, ist auch zu klären, ob das ganz erfolgt oder die Hoheit bei der Gemeinde bleibt und der WAZV für die Betriebsführung zuständig wird. Es ist aber nicht angedacht, dass der Verband sich flächendeckend um das Löschwasser kümmert, so Henning Schmidt. Es gibt genügend Gemeinden, die das allein realisieren können.

In Mecklenburg-Vorpommern haben die Kommunen und nicht die Wasserversorger vom Gesetz her die Aufgabe, sich um die Löschwasser-Bereitstellung zu kümmern. Und das gilt, mit Ausnahme von einem Bundesland, in ganz Deutschland. Entsprechend ist auch das gesamte Trinkwassernetz im Raum Parchim-Lübz angelegt, erfährt SVZ.

„Unser Trinkwassersystem ist nicht ausgelegt für die dauerhafte Brandbekämpfung. Weder vom Druck noch von der Dimension“, so Schmidt. Der Hydrantenplan sei kein Plan für Löschwasserabgabestellen.

Wenn an den Hydranten falsch abgezapft wird, kann es nicht nur zu Problemen bei der Versorgung der Haushalte mit dem kostbaren Nass kommen, sondern das Trinkwasser kann auch verunreinigt werden.

Vor zwei, drei Jahren hatte es Kommunikationsprobleme gegeben, sagt Henning Schmidt. Feuerwehrleute hatten dem Zweckverband vorgeworfen, man würde ihnen die Brandbekämpfung untersagen. Inzwischen hat es in vielen Gemeinden Gespräche mit den Verantwortlichen im Zweckverband gegeben, wie man bei der Erstbekämpfung des Brandes verfahren kann. Nur der Zweckverband wisse, wie groß die Dimension einer Leitung unter einem Hydranten ist. Ein koordiniertes Vorgehen wurde abgestimmt. Die Feuerwehrleute sollen die neuralgischen Punkte kennen und die Mitarbeiter in den Wasserwerken sofort ein Signal erhalten, wenn plötzlich mehr Wasser zum Löschen gebraucht wird. „Wir pflegen einen sehr kommunikativen Umgang“, sagt Henning Schmidt.

Doch Wasser aus Hydranten zu zapfen ist nur für die Erstbekämpfung eines Feuers möglich. Wenn der Zweckverband sich um die Bereitstellung von genügend Löschwasser kümmern sollte, müsste auf andere Ressourcen zurückgegriffen werden. Sinn macht es möglicherweise über die Nutzung von Regenrückhaltebecken nachzudenken, wenn diese vom Zweckverband betrieben werden. Geprüft werden könnte, ob man bestimmte still gelegte Brunnen in den Orten, die nicht mehr für die Trinkwasserversorgung genutzt werden, für Löschwasser verwendet. Allerdings sind viele dieser Brunnen bereits wieder zurückgebaut.

Die Diskussion ist ganz am Anfang. Schwierig wird es, die Frage zu klären, wie das Vorhalten von Löschwasser finanziert werden kann. Schmidt erklärt, dass die Trinkwassergebühren dadurch nicht berührt werden.

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