Ziegendorf : Wenn die Feuerwehr Hilfe braucht

Freuen sich über die Förderung: Wehrführer Silvio Pöhl, Christian Brade, Amtsvorsteher Parchimer Umland Hans-Werner Beck, Bürgermeister Wolfgang Mohr und Wolfgang Waldmüller (v.l.).
Freuen sich über die Förderung: Wehrführer Silvio Pöhl, Christian Brade, Amtsvorsteher Parchimer Umland Hans-Werner Beck, Bürgermeister Wolfgang Mohr und Wolfgang Waldmüller (v.l.).

CDU und SPD sind sich einig: Brandschützer in Ziegendorf erhalten 42 000 Euro aus Fördermitteln des Landes

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28. Januar 2020, 20:00 Uhr

Endlich wird unsere Feuerwehr gefördert! Das dachten sich wohl einige Bürger der Gemeinde Ziegendorf. Am Montag übergaben die Landtagsabgeordneten Wolfgang Waldmüller (CDU) und Christian Brade (SPD) der Freiwilligen Feuerwehr Ziegendorf einen Fördermittelbescheid in Höhe von knapp 42 000 Euro. „Damit wir das Vorhaben unterstützen können, haben wir uns zusammengetan“, sagt Waldmüller. Also jeweils etwa 20 000 Euro aus dem Strategiefonds der CDU und SPD. Für beide Abgeordneten eine Selbstverständlichkeit. „Es geht um die Feuerwehr. Wir müssen die so unterstützen, dass sie ihr Ehrenamt auch ausüben kann“, erklärt Waldmüller. Parteiliche Konkurrenz spiele da keine Rolle mehr. Das Besondere an dem Bescheid: Er ist nicht rückzahlbar.

Sehr zur Freude von Silvio Pöhl. Der kommunale Wehrführer hat lange auf die Förderung warten müssen. „Wir haben bereits vor etwas mehr als zwei Jahren den Antrag gestellt“, erzählt Pöhl. Es habe keine Toiletten und keinen Schulungsraum für die Feuerwehr gegeben. Die Förderung wurde aus bürokratischen Gründen aber immer wieder aufgeschoben. Im Oktober des vergangenen Jahres fingen die Mitglieder der Feuerwehr schließlich an, den Anbau für den Schulungsraum selbst zu bauen. „Ich denke, im kommenden Herbst wird alles fertig sein“, sagt Pöhl. Mit der Förderung soll nun das Material bezahlt werden. Das Warten hat sich also gelohnt.

Der Strategiefonds wurde mit Beginn der Legislatur eingeführt. Er setzt sich aus Teilen der finanziellen Überschüsse des Landes zusammen. Mit dem Geld werden landesweite Projekte unterstützt, die anderweitig nicht förderfähig wären. Doch Ziegendorf ist nicht die einzige Gemeinde, der das Geld fehlt. Bei vielen Gemeindevertretersitzungen stehen aktuell die Angelegenheiten der Feuerwehr auf der Tagesordnung. Darunter Obere Warnow, Zölkow, Stolpe, Karrenzin, Rom, Spornitz und Dobbertin. Es müssen neuen Löschfahrzeugen angeschafft werden und in Löschbrunnen investiert werden. In Dobbertin kommt noch hinzu, dass der Feuerwehr Mitglieder fehlen. Die Schutzanzüge sollen noch nie gewaschen worden sein, weil es keine Ersatzanzüge gibt. Und selbst die Handyalarmierung funktioniere nicht mehr richtig.

Das größte Problem liegt wohl aber bei der Löschwasserversorgung. Erst kürzlich bestätigte Hans-Joachim Niemann, Sachbearbeiter für öffentliche Ordnung, Sicherheit und Brandschutz vom Amt Parchimer Umland, dass im Landkreis 60 Brunnen fehlen. „Das bedeutet einen Finanzbedarf von einer Million Euro, Tendenz steigend“, sagt Niemann. Er bleibt dabei: Es braucht ein Landesförderprogramm. „Bevor wir aber einen Antrag stellen können, müssen wir die Brandschutzbedarfsplanung abwarten“, erklärt Niemann. Die Planung soll Mitte Oktober fertig sein. Bis dahin bleibe der Zustand kritisch. Niemann: „Hoffen wir, dass der Sommer nicht so heiß wird.“

Kommentar von Amelie Uding

Zeichen der Anerkennung

Diese Förderung ist viel mehr als ein finanzieller Zuschuss. Hier wird ein Zeichen gesetzt. Parteien tun sich zusammen, um der Feuerwehr ihre Arbeit zu ermöglichen. Das ist Anerkennung und hoffentlich eine Zusage für die zukünftige Unterstützung auf kommunaler Ebene. Die Gemeinden sind knapp bei Kasse. Es fehlen flächendeckend Löschbrunnen. Dabei sind die Gemeinden verpflichtet, die Löschwasserversorgung sicherzustellen. Ein kleiner Trost: Es können weitere Fördermittel aus dem Strategiefonds beantragt werden. Aber erst fürs kommende Jahr. Bis dahin gebührt den Kommunen die Ehre, aus eigener Tasche zu zahlen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Sommer – entgegen aller Vorhersagen – nicht so heiß wird, wie bisher. Sonst bleibt Lübtheen kein Einzelfall. Also bitte, als Zeichen der Wertschätzung: Eine landesweite Lösung, und zwar schnell!




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