Parchim : Wenn der Ex-Partner nicht zahlt

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01. April 2019, 05:00 Uhr

Staatliche Unterhaltsvorschüsse können im Landkreis Ludwigslust-Parchim immer seltener von den Behörden zurückgeholt werden – bei gleichzeitigem Anstieg der anspruchsberechtigten Eltern. Das ergeben Zahlen des Fachdienstes Jugend des Kreises. Für Alleinerziehende geben die Jugendbehörden Vorschüsse aus, falls ein unterhaltspflichtiger Elternteil nicht zahlt. Bundesweit ist die Rückholquote stark gesunken, im Landesschnitt liegt sie bei 9,2 Prozent. Demgegenüber ist die Rückholquote in Ludwigslust-Parchim bei 10,4 Prozent – besser, aber dennoch gering, vergleicht man sie mit der Zeit vor der Novelle des Unterhaltsvorschussgesetzes. Damals lag die Quote im Kreis bei deutlich über 20 Prozent. Der Grund für nicht beglichene Unterhaltszahlungen seien zum größten Teil die wirtschaftlich schwierigen Verhältnisse der zahlungspflichtigen Elternteile. Diese würden „es schwer bis unmöglich machen, die verauslagten Unterhaltsgelder wieder zurückzubekommen“, teilt Pressesprecher Andreas Bonin auf SVZ-Anfrage mit.

Seit der Gesetzesnovelle zum 1. Juli 2017 stieg auch die Antragszahl im Landkreis. Wurden im Juni 2017 noch 1701 gezählt, waren es im Dezember desselben Jahres bereits 3419, im Dezember 2018 gar 3685 Anträge. Aktuell liegt die Zahl bei 3727. In MV stiegen die Werte zwischen Juni und Dezember 2017 von 14 500 auf 25 000 Fälle.

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