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Parchimer Zeitung

17. Dezember 2017 | 20:38 Uhr

Erfolg : Weltmeister der Handschriften

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Forscher aus Raben Steinfeld und Rostock holten bei Kongress auf Kreta alle fünf ausgelosten Preise

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Ein Forscherteam aus Mecklenburg hat auf Kreta die Krone der Handschriftenerkennung gewonnen. Auf dem wichtigsten Kongress über Handschrifterkennung hatte die US-Firma Ancestry, sie ist der Marktführer für Recherche in Dokumenten zur Ahnenforschung, Wettbewerbe in fünf Kategorien ausgeschrieben. Aufgabe war es, mehrere Datenspalten in knapp hundert Jahre alten, handgeschriebenen Dokumenten zu lesen und somit recherchierbar zu machen. Das Team aus Mecklenburg stellen sich allen fünf Aufgaben und gewann alle fünf Preise.

Der Erfolg kam nicht überraschend. Denn das Team arbeitet schon lange, eng zusammen. Dabei handelt es sich um Fachleute vom Computational Intelligence Lab am Institut für Mathematik der Universität Rostock und von der Firma Planet Intelligent Systems aus Raben Steinfeld. In den zurückliegenden drei Jahren wurde n die Forscher im Rahmen der Technologie- und Forschungsförderung vom Land MV intensiv unterstützt. Die Teilnahme an den internationalen Wettbewerben wie dem auf Kreta sollte auch ein Leistungsnachweis sein.

Welf Wustlich, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Planet in Raben Steinfeld, sagte dazu: „Wir sind derzeit führend im Bereich intelligenter, lernender Systeme der künstlichen Intelligenz und wollen diesen Vorsprung weiter ausbauen. Die Handschrifterkennung eignet sich hervorragend, um die Technologie weiter zu entwickeln und die Leistungsfähigkeit unserer Systeme zu nachzuweisen.“

Ein interessantes Anwendungsgebiet dabei ist die Ahnenforschung. Da müssen mehrere hundert Jahre alte Kirchenbücher und Dokumente gelesen werden, um diese dann für Recherchen in Datenbanken zugänglich machen zu können. Die Schwierigkeit besteht darin, dass diese meist stark gealterten Dokumente wenig strukturiert sind und sich selten gleichen, da jeder Schreiber seine eigenen Stil hatte und sich über die Jahrhunderte auch Schrift, Schriftbild und Papierstruktur sehr verändert haben.

Die Mecklenburger wollen bei der Schrifterkennung aber Lösungen schaffen, die für einen breiten Nutzerkreis interessant und anwendbar sind. „Unser Fokus richtet sich auf immer bessere und robustere Systeme, die auch auf den mobilen Geräten wie Handys und Tablets laufen“, so Wustlich weiter. „Wir wollen Systeme kreieren, die den Nutzern als ein guter Assistent helfen, in dem sie z.B. sprachübergreifend Texte übersetzen und eines Tages sogar vorlesen“, sagt der Forscher.

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