Parchim : Weltklasse auf dem Hochseil

Nichts für schwache Nerven: Zum Parchimer Stadtfest wird Hochseilartistik geboten.
Nichts für schwache Nerven: Zum Parchimer Stadtfest wird Hochseilartistik geboten.

Parchim feiert Stadtfest: Geschwister Weisheit sorgen mit Trompetensolo vom 62 Meter hohen Artistenmast für Aufsehen

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24. Mai 2018, 21:00 Uhr

Drei tolle Tage in der Eldestadt: In Parchim wird von Freitag bis Sonntag das 35. Stadtfest gefeiert. Unsere Zeitung stellt in dieser Woche Akteure vor, die das Jubiläumsfest so bunt machen oder hinter den Kulissen im Einsatz sind, damit alles rund läuft.

Mit sechs Jahren stand Peter Weisheit zum ersten Mal auf einem Seil. Heute leitet der 56-Jährige gemeinsam mit seinem Bruder André in fünfter Generation eine der europaweit angesagtesten Artistentruppen: Die Geschwister Weisheit zieht es an diesem Wochenende auf dem Parchimer Stadtfest wieder sehr hoch hinaus. Über den Köpfen des Publikums hinweg werden sie auf dem Ziegenmarkt in zwölf, 30, teilweise bis zu 40 Metern Höhe Fahrräder, Einräder und Motorräder balancieren sowie Menschenpyramiden errichten. „Zum Parchimer Stadtfest zeigen wir alles, was wir anbieten können“, verriet Elisabeth Weisheit gestern Morgen am Rande der Aufbauarbeiten. Und sie verspricht nicht zu viel: Ihr Cousin, Alexander Weisheit, wird auf dem nach eigenen Angaben höchsten mobilen Artistenmast der Gegenwart in luftiger Höhe von 62 Metern freistehend auf der Mastspitze unter anderem ein Trompetensolo spielen sowie einen einarmigen Handstand vollbringen.

Seine Schwester Natalia gilt übrigens als erste und bisher einzige Frau in der Geschichte der 1900 von Stammvater Friedrich Wilhelm Weisheit begründeten Hochseilgruppe, die eine solche Höhe bezwungen hat. Nach dem dritten freudigen Ereignis zieht es Natalia aber vorübergehend nicht ganz so hoch hinaus: Charly (5) und Lenny (4), die jüngsten Artisten im 17-köpfigen Familienbetrieb aus Gotha, bekamen vor drei Monaten noch ein Geschwisterchen.

So wie Charly und Lenny jetzt, wuchs auch Elisabeth Weisheit im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Hochseil auf. Nach dem Schulabschluss absolvierte sie jedoch zunächst eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. „Gute Schulnoten sowie eine Berufsausbildung sind Bedingung, um in unserem Familienbetrieb mitmachen zu können“, verdeutlicht Elisabeth Weisheit. Die Truppe vereint zum Beispiel Autoschlosser und Schweißer, ja sogar eine gelernte Damenmaßschneiderin. Heike Weisheit stieg 1982 in den Betrieb mit ein und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. Seit sie mit sechs Jahren erstmals über ein Seil balancierte, hat sie diese Faszination nicht mehr losgelassen. Heute kann Heike Weisheit ihren Traum und ihren gelernten Beruf gleichermaßen leben, denn an jedes Kostüm legt sie noch selbst Hand an.

Für ihre Nichte Elisabeth sei die Berufsausbildung auch aus anderer Sicht eine wichtige Erfahrung gewesen: In dieser Zeit habe sie sich bewusst machen können, dass ihr Platz im Leben im Familienbetrieb ist. Eine Entscheidung, die sie aus freien Stücken traf: „Es ist eine so tiefe Prägung da. Ich würde das Zusammenleben immer vermissen“, gesteht die 22-Jährige. Was ihren Job so einzigartig macht? „Er ist nicht so alltäglich. Man sieht so viel von Deutschland und der Welt und ich habe immer meine Familie um mich. Es ist ein ganz bestimmtes Vertrauen da. Jeder kann sich zu 100 Prozent auf den anderen verlassen.“

Vorstellungen:
Freitag, 18.45 Uhr Historische Hochseilshow „Anno Dazumal“ auf dem Alten Markt; 20.30 Uhr Hochmastshow im Scheinwerferlicht auf dem Ziegenmarkt. Auf dem Ziegenmarkt finden am Sonnabend um 14.30 und 20.30 Uhr sowie am Sonntag um 11.30 und 16 Uhr weitere Vorstellungen statt.

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