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Ludwigslust-Parchim : Welchen Kurs nimmt der Landkreis?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Diskussion um Kreisentwicklungskonzept schlägt Wellen / Linke und SPD: Ideen nicht in ein Papier pressen, Bürger beteiligen

Mehr als zwei Jahre nach der Geburt des Großkreises Ludwigslust-Parchim streiten die Parteien um die Richtung der Regionalentwicklung. Erste Ziele? Fehlanzeige. Noch balgen sich die Kommunalpolitiker um den Weg zum Entwicklungskonzept. Jetzt verteidigen Linke und SPD ihre Ablehnung eines CDU-Vorstoßes für ein solches Konzept (wir berichteten). Tenor von Wolfgang Bohnstedt (Linke) und Christian Brade (SPD): „Wir sind schon weiter.“

Bis Mitte 2015 soll das Leitbild stehen, fasst Linken-Fraktionschef Wolfgang Bohnstedt den Stand der Dinge zusammen. Das Thema sei im zeitweiligen Ausschuss für Verwaltungsmodernisierung gut aufgehoben. Ein weiterer zeitweiliger Ausschuss ergebe keinen Sinn, zumal das genannte Gremium eben nicht nur Verwaltungsfragen behandele. Die Zusammenarbeit mit Borken im Münsterland mache Sinn, dort gebe es bereits ein explizites Leitbild für den Kreis. Ein solches Leitbild solle die Ziele für den Landkreis bis mindestens 2025 definieren. Wolfgang Bohnstedt betont, dass man die Gesamtperspektive seit Gründung des Großkreises nie aus den Augen verloren habe.

Dass der Kreistag mit seinen Ausschüssen das Thema Kreisperspektive „eindeutig aktiv“ angepackt habe, begründet Christian Brade, einer der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD, unter anderem mit dem DemografieCheck im Raum Parchim. Zum Untersuchungsgebiet gehören die Ämter Plau am See, Eldenburg Lübz, Parchimer Umland, die Stadt Parchim sowie die vier Gemeinden Balow, Brunow, Möllenbeck und Dambeck des Amtes Grabow. Ziel des DemografieChecks ist es, sich aus dem demografischen Wandel ergebende Chancen aktiv zu nutzen.

Wolfgang Bohnstedt sieht das Projekt als Beispiel für den Umgang mit einem Leitbild für den gesamten Landkreis: „Wir wollen Foren mit Bürgern, wir wollen die Kommunen mit ins Boot holen.“ Jetzt müsse man über Ziele, Methoden, Zeitschienen reden. Ein Leitbild müsse leben, findet Christian Brade. Es in Papier zu pressen sei schlecht. Linken-Mann Bohnstedt möchte nicht den Kreis in starke und schwache Regionen dividieren, sondern vielmehr jede Region nach ihren Stärken und Schwächen analysieren und daraus dann Handlungsoptionen ableiten. Christian Brade will darüber hinaus die Nachbarkreise und die Landeshauptstadt mit einbeziehen: „Wo gibt es gemeinsame Chancen und Möglichkeiten, zum Beispiel durch die A 24 und die A 14?“ Auch hier bedürfe es keines erneuten Anstoßes. Die Wirtschaftsausschüsse treffen sich längst zu gemeinsamen Sitzungen. Wolfgang Bohnstedt: „Es geht um alle gesellschaftlichen Bereiche, also sind alle Ausschüsse gefordert.“ Am Wirtschaftsausschuss wird deutlich, wie die Vorarbeit aussehen könnte. Die Mitglieder haben in den letzten Jahren etliche Unternehmen im Landkreis besucht und sich so einen Überblick verschafft.

Hilft ein Leitbild der gebeutelten Kreisstadt? „Parchim als Kreisstadt zu entwickeln ist ein wichtiger Punkt“, sagt Wolfgang Bohnstedt, „aber es geht um alle Kommunen. Auch die haben doch Ideen“. Das Leitbild solle aber nicht übergestülpt werden, sondern mit den Städten und Gemeinden gemeinsam gefunden werden. Das topaktuellen Thema regenerative Energien – mit einer gewissen Verwirrung über den richtigen Weg – zeigt, wie ein Leitbild ordnen könnte, wenn es zum Beispiel kommunale Teilhabemöglichkeiten ausdrücklich fordere und damit einen Weg vorzeichne. Aber es geht auch einfacher und lebensnäher: Immer noch gibt es keinen lückenlosen Radweg rund um den Plauer See. Wenn ein Kreis-Leitbild Plau als zu fördernde Tourismushochburg definiere, wäre das ein Punkt. So könnte ein Leitbild den Menschen seinen ganz praktischen Nutzen demonstrieren.

 

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erstellt am 22.Jan.2014 | 11:51 Uhr

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