Parchim : Weihnachten mal anders

Die Tanzsportgarde mit ihrem „Polarstern“ auf der Bühne der Stadthalle.
Die Tanzsportgarde mit ihrem „Polarstern“ auf der Bühne der Stadthalle.

Fritz-Reuter-Schüler zeigten beim Galaabend ihre Version der Adventszeit. Vorbereitungen laufen seit Schuljahresbeginn.

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04. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Einkaufen, backen, kochen, putzen, Weihnachtsbaum besorgen, Wohnung schmücken, die Familie bewirten, den Magen vollschlagen und Punkt. Das Wort „besinnlich“ im Zusammenhang mit Weihnachten ist bei vielen von uns mit den Jahren verloren gegangen. Umso besser, wenn wir die schönste Zeit des Jahres mal durch die Augen der Jüngeren sehen dürfen -und die halten es da auch weitaus entspannter.

Wie die 147 Schülerinnen und Schüler der Fritz-Reuter-Schule bei ihrem Galaabend am vergangenen Freitag. Zusammen mit sieben Lehrern hatten sie ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt, dessen Vorbereitungen bereits am Anfang des Schuljahres starteten.

„Wir fragen: Wer möchte, wer will. Und dann gibt es auch Castings“, sagte Schulleiterin Ute Ebert, die vor Beginn selbst ziemlich aufgeregt war. Auch die Mütter hatten schon den Auftritt ihrer Kinder vor Augen, kümmerten sich aber noch um ihren Stand, an dem sie selbstgemachte Marmelade, Weihnachtskränze und Kaffee verkauften: „Die Einnahmen sind für die Klassenkasse“, so Cornelia Behnisch.

Für den mütterlichen Einsatz draußen hatte der Nachwuchs drinnen jetzt kein Auge mehr. Mit vollem Einsatz wurde hier gesungen, rezitiert und getanzt. Die Aufführung „Polarstern“ von der Tanzsportgarde, unterlegt mit lebenserweckenden Beats, wurde vom Publikum ausgiebig gefeiert. Mit dem Lied „Wenn ich zurück denk…“ von der Lehrergesangsgruppe ging es noch mal in die Zeiten von lindgrünen Telefonen und Fotoalben statt Instagram.

Neues und Altes verband die 8b: Bei ihrer Aschenputtel-Neuinterpretation hinter einem gespannten Vorhang lugten abwechselnd die Köpfe des „Prinzen aller Träume“, der unglaublich hässlichen Schwestern und der doch arg männlichen Aschenputtel hervor, die mit einer Mischung aus Selbstironie und trockenem Humor begeisterten. Doch auch abseits vom heimischen Märchengut wurde es warm ums Herz. Mit dem polnischen Lied „Zapamietaj“, vorgetragen von Sandra Mozejko und „Do they know it´s christmas?“ mit Sabiha Kekheya ging es auch zeitgemäß international einher. Und dass auch Lateinamerikanisches seinen Platz in Parchim hat, zeigte die Salsa von Schülerin Vivien Petersen und Musiklehrer Sebastian Schwind. Bei so viel Hüftschwung wurden sogar eingefleischte Weihnachtsmuffel zu neugewonnenen Fans. Als kleines Dankeschön gab es dann für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler einen Adventskalender. Uns bleibt das Gedicht „Weihnachtstress“ der 6d im Kopf: Die Feiertage gehen vorüber / man übt sich in Besinnlichkeit / doch um sich wirklich zu besinnen / bleibt einem viel zu wenig Zeit.

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