Parchim : Weichen für die Zukunft gestellt

Schornsteinfegermeister Mario Müller, Geselle Andy Kähler sowie die beiden Auszubildenden Tom Schätz und Hannes Hinzpeter warben gestern für ihren Beruf und damit ein innovatives Handwerk mit Zukunft.
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Schornsteinfegermeister Mario Müller, Geselle Andy Kähler sowie die beiden Auszubildenden Tom Schätz und Hannes Hinzpeter warben gestern für ihren Beruf und damit ein innovatives Handwerk mit Zukunft.

Schüler aus der Region konnten sich über gut 100 Berufsbilder informieren. Am 18. April 2018 heißt es wieder: „Step to future“ .

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11. Mai 2017, 20:45 Uhr

Vier Vertreter ihrer Zunft fegten in dieser Woche das immer noch verbreitete Klischee vom Ruß geschwärzten Mann auf ihre Art vom Tisch: Schornsteinfegergeselle Andy Kähler, die Azubis Tom Schätz aus dem ersten und Hannes Hinzpeter aus dem zweiten Lehrjahr sowie Schornsteinfegermeister Mario Müller standen gestern auf der Berufsorientierungsmesse „Step to future“ für ihr Handwerk ein und präsentierten dort engagiert ihre Innung. Von ca. 165 Kehrbezirksbetrieben in unserem Bundesland sind etwa 145 Meisterbetriebe in der Schornsteinfeger-Innung von MV vertreten. Um die 50 Lehrlinge stecken derzeit mitten in der Ausbildung zu einem innovativen Handwerksberuf. Das Berufsbild vom Schornsteinfeger hat sich in jüngerer Vergangenheit rasant gewandelt: Das Reinigen von Schornsteinen ist nur noch eine Facette in dem breit gefächerten Tätigkeitsfeld. „Wir überprüfen Heizungsanlagen, kümmern uns um Lüftungstechnik, kommen im Bereich erneuerbare Energien zum Einsatz, sind neutrale Energieberater sowie Brandschutztechniker und leisten mit unserer Arbeit einen Beitrag zum Umweltschutz“, schätzt Andy Kähler seinen abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Als der 25-Jährige damals selbst auf dem Sprung ins Berufsleben war, suchte er nach einer Richtung, „die nicht jeder auf dem Schirm hat und die eine Perspektive bietet.“ Sein Handwerk lernte er im Meisterbetrieb von Alexander Stutz. Auf der Berufsorientierungsmesse konnten die vier Vertreter ihrer Zukunft gestern noch mit einer anderen Botschaft punkten: Der Beruf sei auch etwas für Frauen. Wer es nicht glaubt, wird in einem Praktikum vielleicht eines Besseren belehrt.

Gute 100 Berufsbilder wurden auf dem Gelände des Jugendfördervereins Parchim-Lübz vorgestellt. Der gemeinnützige Bildungsträger organisierte erstmals eine Messe von diesem Format und durfte dabei u. a. auf die Erfahrungen des Arbeitskreises SchuleWirtschaft für die Parchimer Region zurückgreifen. Etwa 60 Unternehmen aus der Region machten von der Gelegenheit Gebrauch, den Fachkräftenachwuchs von morgen anzuwerben.

Den direkten Kontakt zu Schulabgängern in spe suchten zum Beispiel auch Petra Hannemann vom MediClin Krankenhaus Plau am See oder Almut Jarfe aus dem Gut Sternberg. Die Bereichsleiterin stellte sich gemeinsam mit dem Auszubildenden Jakob Tornier aus dem zweiten Lehrjahr den Fragen der Schüler. Jakob Tornier nutzt die Berufsausbildung zum Landwirt als Sprungbrett für ein Studium.

Über eine Berufsausbildung zur Hochschule – das sei eine Option, über die Marie-Nicole Harloff aus der Schule am Ruhner Berg in Marnitz nach dem Gespräch mit Almut Jarfe noch intensiver nachdenken wird: Die Schülerin möchte einmal im Bereich der Tiermedizin ihren Weg gehen. Als „gute Informationsquelle“ nutzten auch ihre Mitschüler Marvin Hildebrandt und Fynn Mencke die gestrige Messe. „Man kann gezielt seine Fragen stellen. Es ist doch persönlicher, wenn man sich direkt gegenüber steht“, finden die beiden Neuntklässler. Am 18. April 2018 heißt es am gleichen Ort: „Step to future“.

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