zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

22. November 2017 | 21:37 Uhr

Parchim : Weichen für den Brook gestellt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadtvertreter geben mehrheitlich grünes Licht für Energie- und Klimaschutzkonzept

von
erstellt am 17.Dez.2014 | 09:03 Uhr

Für die langfristig geplante Umgestaltung des Brook-Quartiers in der Parchimer Altstadt wurde auf den letzten Metern des Jahres 2014 eine weitere Weiche gestellt: Die Stadtvertreter beschlossen mehrheitlich ein städtebaulich integriertes quartiersbezogenes Energie- und Klimaschutzkonzept für diesen Stadtteil. Dieses Papier gilt künftig als Richtschnur, wie eine optimale, kostengünstige und damit langfristig den Wohnstandort sichernde Energieversorgung gewährleistet sowie die definierten Energie- und Klimaschutzziele erreicht werden können.

Im Kern heißt es darin, dass ausschließlich die Kraft-Wärme-Kopplung in der Lage sei, das Brook-Quartier mittelfristig mit Wärme- und elektrischer Energie zu versorgen. Es wird empfohlen, basierend auf dem aktuellen Standard der Energie-Einsparungsverordnung (EnEV) neue Häuser durch ein Blockheizkraftwerk unter Nutzung erneuerbarer Energien zu versorgen, das in der Mitte des Quartiers stehen und erweiterungsfähig sein sollte.

Bei der Erarbeitung des Konzeptes holte sich die Stadt externe Spezialisten ins Boot, wie zum Beispiel Dr. Heiko Fritz von der BPM Ingenieurgesellschaft Freiberg, der auch am Montag auf der Stadtvertretersitzung dabei war. Er gab bereits am 11. November im Stadtentwicklungsausschuss einen Einblick in den etwa 90-seitigen Abschlussbericht (SVZ berichtete), zu dem noch ein ganzer Berg Anlagen gehört. Dieses Hintergrundwissen aus erster Expertenhand hätten sich die einen Tag später tagenden Mitglieder des Wirtschaftsausschusses ebenfalls gewünscht. Weil sie sich nicht ausreichend informiert fühlten, verzichteten sie am 12. 11. auf eine Beschlussempfehlung für die Stadtvertretung. Der Ausschuss bat sogar um Verschiebung der Abstimmung auf einen späteren Termin. Ausschussvorsitzender Thomas Wien (CDU) regte an, dass besonders weitreichende, fachlich komplexe Themen künftig in ausschussübergreifenden Sitzungen behandelt werden sollten. Einig sind sich die Stadtvertreter, dass dieses Quartierskonzept kein in Stein gemeißeltes Dogma sein kann: Die weitere Ausgestaltung liege in der Hand der Stadt und ihrer Stadtvertreter, stellte Stadtpräsident Dirk Flörke noch einmal klar. Und das könne nur bedeuten, mit den Bürgern im Gespräch zu bleiben. CDU-Fraktionschef Nico Skiba zeigte sich skeptisch, ob wirklich alle Möglichkeiten ausgeleuchtet wurden. SPD-Fraktionsvorsitzender Eckhard Büsch regte an, den Beschluss dahingehend zu erweitern, weitere förderfähige Energieformen in die Prüfung einzubeziehen, falls diese bis zur Umsetzung angeboten werden. Ähnlich hatte sich auch schon der Hauptausschuss auf seiner Sitzung am 1. Dezember positioniert. Links-Politikerin Karin Buczilowski plagten große Bauchschmerzen wegen der Verhältnismäßigkeit: Für sie stehen am Ende des Tages auch 106 000 Euro Gesamtkosten, die das Energie- und Klimaschutzkonzept verschlungen hat. Die Stadt muss von dieser Fördersumme einen Kostenanteil von 16 622 Euro übernehmen, der schon wesentlich geringer ausfiel, weil Stadtwerke und Wobau ebenfalls Geld gaben. Bis das an der ältesten urkundlich erwähnten Straße Auf dem Brook (1302) gelegene Areal aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist und sich als attraktive Wohnadresse am Wasser präsentiert, dürften nach jetzigen vorsichtigen Schätzungen noch rund 15 Jahre ins Land gehen. Das Quartier ist etwa drei Hektar groß.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen