Mehr Löscheinsätze als im Vorjahr : Wehr der Kreisstadt stark gefordert

In Suckow brennt eine ehemalige Gaststätte.  Es wird Brandstiftung vermutet. M.-G. Bölsche
In Suckow brennt eine ehemalige Gaststätte. Es wird Brandstiftung vermutet. M.-G. Bölsche

"Nicht noch einmal", wünscht sich Bernd Schröder, Chef der Parchimer Feuerwehr, angesichts der frostigen Schneetage. Noch allzu gut kann er sich an die schwierigen Einsätze in den ersten Monaten des Jahres erinnern.

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26. Dezember 2010, 05:12 Uhr

Parchim | "Nicht noch einmal", wünscht sich Bernd Schröder, Chef der Parchimer Feuerwehr, angesichts der frostigen Schneetage. Noch allzu gut kann er sich an die schwierigen Wintereinsätze in den ersten drei Monaten des Jahres erinnern. "Ein Brummifahrer wollte am 6. Januar bei eisiger Kälte seine Körpertemperatur offenbar mit Hochprozentigem konstant halten und landete schließlich mit seinem Holzlaster auf einem Acker an der A 24 nahe Suckow", erzählt Schröder. Der Mann hatte trotz 1,5 Promille Glück und wurde nur leicht verletzt. Für 16 Kameraden der Parchimer Wehr brachte es einen aufwändigen und mehr als dreistündigen Einsatz wie bei sieben weiteren Verkehrsunfällen.

Die Parchimer Feuerwehrleute haben in diesem Jahr bereits 64 kleinere und größere Brände gelöscht. "Es hat häufiger gebrannt als im Vorjahr. Und oft war Leichtsinn oder gar Brandstiftung die Ursache", beklagt Bernd Schröder. Das Jahr 2010 war gerade einmal eine Stunde und elf Minuten alt, als der erste Container brannte. 50 Minuten später musten die Kameraden zu einem weiteren Containerbrand ausrücken. "Das sind keine Dummen-Jungen-Streiche", gibt der Feuerwehrchef zu bedenken. Leider würden die Täter selten gefasst. "Es ist schon sehr bedrückend, dass die Brandstifter, die vor zwei Jahren das Kinderheim angesteckt haben, noch immer nicht ermittelt wurden", meint Bernd Schröder.

Sorgen bereitet der Parchimer Wehr, dass die Nachwuchsgewinnung immer schwieriger wird. "Die Feuerwehren bluten aus. Die jungen Leute gehen zur Lehre in die alten Bundesländer. Die Politik ist gefordert, jungen Menschen eine Perspektive in der Region zu bieten", meint Bernd Schröder. Er ist froh, dass es gelungen ist, wieder zwei Jugendfeuerwehrgruppen in Parchim aufzubauen.

Die Personalstärke der Kreisstadtwehr ist mit 56 Aktiven weiter stabil. Und die Kameraden haben ihren hohen Ausbildungsstand unter Beweis gestellt. Im Sommer konnten sie den Siegerpokal bei den Kreismeisterschaften in Demen entgegennehmen.

Schröder hofft, dass die verbleibenden Tage bis zum Jahresende ruhig verlaufen. "Unsere Wehr ist selbstverständlich auch Silvester einsatzbereit", sagt er. Auf jeden Einzelnen käme es an, ob das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ohne Folgen bleibt. Sorgen bereitet den Experten, dass vielfach Knallkörper verwendet werden, die nicht offiziell zugelassen sind.

Brisant sei auch die Lage auf den zum Teil zugefrorenen Gewässern. Das Betreten der Eisflächen sei hochgefährlich. Vorbereitet haben sich die Kameraden auch auf eventuelle Eisunfälle. Ein spezieller Rettungsschlitten, der sich seit mehr als 40 Jahren bewährt, steht abfahrbereit hinter den Toren des Gerätehauses.

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