Parchim : Wasserattacke auf Alternativ-Treff

Von außen inzwischen nicht mehr wiederzuerkennen: Die Begegnungsstätte der Alternativen.
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Von außen inzwischen nicht mehr wiederzuerkennen: Die Begegnungsstätte der Alternativen.

Sperrventil der Hauptwasserversorgung geöffnet, Baustelle soll knöcheltief unter Wasser gestanden haben

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26. September 2017, 21:00 Uhr

Hinterhältige Attacke auf den Alternativen Treff am Schwarzen Weg von Parchim: Unbekannte haben die in Sanierung befindliche Begegnungsstätte der Alternativen Jugend unter Wasser gesetzt. Laut Polizeiangaben sollen die Täter ein Sperrventil der Hauptwasserversorgung geöffnet haben. Das Wasser strömte über den gerade erst Ende vergangener Woche frisch aufgebrachten Estrichfußboden. Eine Betroffene schilderte, dass das Wasser knöchelhoch gestanden hätte. Ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge müssen wohl um die 20 Kubikmeter Wasser ausgelaufen sein.

Der Vorfall soll sich zwischen Sonnabendabend und Sonntagabend ereignet haben. Die Polizei dazu: „Nach ersten Erkenntnissen gibt es am Gebäude keine Aufbruchspuren. Offenbar haben sich die Täter mit einem Originalschlüssel Zutritt verschafft.“

Der Vorfall bringt nun die Terminkette bei den Bauarbeiten ins Wanken. Der Alternative Treff wird seit Mai diesen Jahres saniert (SVZ berichtete). Die Jugendlichen brachten sich wie versprochen mit erheblichen Eigenleistungen ein. Sie klotzten insbesondere beim Entkernen des maroden Gebäudes mächtig ran. Das ist mittlerweile von außen nicht mehr wiederzuerkennen: Fassade, Dachstuhl , Dach, Fenster und Türen – alles ist von Fachfirmen neu gemacht. Als Fertigstellungstermin war der 31. Oktober anvisiert. Bis zu diesem Stichtag müssen jedenfalls die Fördermittel abgerechnet werden. Insgesamt fließen für das Vorhaben 339 300 Euro aus dem LEADER-Programm. Die Stadt beteiligt sich mit einem Eigenanteil in Höhe von 37 700 Euro. Der Verein Alternative Jugend ist mit Eigenleistungen im Gegenwert von etwa 20 000 Euro im Boot. Stadtpräsidentin Ilka Rohr hatte nach einem Baustellenbesuch im Sommer das im Vorfeld kontrovers diskutierte Projekt ohne Wenn und Aber verteidigt: Hier entstehe kein Luxusbau, sondern ein reiner Zweckbau für eine Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen, die speziell und alternativ, aber auch Teil unserer Gesellschaft sind, argumentierte sie. Maßlos verärgert zeigte sich gestern Bürgermeister Dirk Flörke über den Vandalismus: „Das ist in keiner Weise tolerierbar. Neben den wütenden und enttäuschten Betroffenen kommen auch erhöhte Aufwendungen dazu, die wir in der Stadt natürlich anderweitig und sinnvoller hätten einsetzen können. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir wieder dahin kommen, dass das Eigentum anderer Leute respektiert und geachtet wird.“

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