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Parchimer Zeitung

22. November 2017 | 21:39 Uhr

Parchim : Waschbär wird zur Landplage

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Verbreitung des nachtaktiven Räubers kaum noch aufzuhalten. Abschusszahlen stiegen in vergangenen Jahren rasant an.

von
erstellt am 22.Mär.2017 | 21:00 Uhr

„Der Waschbär ist kaum noch aufzuhalten.“ Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende des Jagdverbandes Parchim Andreas Gehrke die Ausbreitung des unerwünschten Neubürgers auch in unseren Breiten. Im Jagdjahr 2015/16 sind im Altkreis Parchim von den Weidmännern insgesamt 1595 Tiere zur Strecke gebracht worden. Im Vergleich zum Jagdjahr davor sind das satte 50 Prozent mehr!

Wie dramatisch sich die Jagdstrecke - also die Zahl der erlegten Tiere - in den zurückliegenden Jahren im Bereich des Jagdverbandes Parchim entwickelt hat, verdeutlicht ein Blick auf die Statistik: Während den Jägern im Jagdjahr 2001/02 drei Waschbären vor die Flinte liefen, wurden im Jahr 2006/07 bereits 33 zur Strecke gebracht. Dann schnellten die Zahlen in unglaublichen Schritten nach oben: Von 82 auf 138. Drei Jahre später waren es schon 326, im Jagdjahr 2013/14 schließlich 642. Für das  Jahr 2014/15 vermeldete der Jagdverband 1095 erlegte Waschbären.

Für Rainer Barabas, Vorsitzender des Hegerings Sternberg, sind diese Zahlen die Spitze des Eisberges. Er gab auf der jüngsten Delegiertenkonferenz des Jagdverbandes Parchim zu bedenken, dass die gehassten heimlichen Mitbewohner in befriedeten Grundstücken in sehr hoher Stückzahl gefangen werden. Es soll Fälle gegeben haben, in denen bis zu 30 Tiere gefangen und getötet wurden. Der Weidmann aus Sternberg sprach sich vor diesem Hintergrund für die Einführung von Abschussprämien auf Waschbären aus. Er sieht darin ein Instrument, die Bevölkerung für eine rechtlich korrekte Form bei der Bekämpfung des Waschbärs zu sensibilisieren.

Dem ungeliebten Allesfresser mit nordamerikanischer Herkunft wird längst europaweit der Kampf angesagt: Der nachtaktive Räuber wird von der EU-Kommission auf einer Liste eingewanderter Tier- und Pflanzenarten geführt, deren weitere Verbreitung eingedämmt werden soll. Wie er überhaupt in unsere Breiten kam? In den 1930er Jahren wurden drei Paare am Edersee in Hessen ausgesetzt. 30 Jahre später vermutete man bereits um die 285 Tiere in Deutschland. Heute werden Zahlen von 200 000 bis 500 000 gehandelt.

Der Waschbär ist ein Allesfresser, vertilgt auch Vogeleier und kann so in Vogelkolonien ganze Populationen gefährden.

 

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