Parchim : Was wird aus dem alten Amt?

Das Gebäude des früheren Amtes für Landwirtschaft,das fast fünf Jahre leer stand, wird derzeit umgebaut.
Das Gebäude des früheren Amtes für Landwirtschaft,das fast fünf Jahre leer stand, wird derzeit umgebaut.

Land baut seit Jahren leer stehende Immobilie in der Lübzer Chaussee zu einer Unterkunft für Notfälle um

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07. Januar 2016, 08:00 Uhr

Seit 2011 steht das Gebäude des früheren Amtes für Landwirtschaft in der Lübzer Chaussee in Parchim leer. Jetzt lässt das Land die Immobilie umbauen. Was wird daraus? In der Stadt verbreiten sich Gerüchte: Gibt es eine weitere Unterkunft für Asylbewerber?

„Jein!“ Ein Flüchtlingsheim ist nach bisherigen Aussagen der Behörden an diesem Standort nicht geplant. Es könnte dennoch passieren, dass in dem früheren Amtsgebäude zeitweise Flüchtlinge leben, allerdings nach jetzigen Plänen nur in Notfällen. Das geht aus SVZ-Recherchen hervor.

Vor fast einem Jahr gab es erste Gespräche zwischen dem Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern, der sich um die Verwaltung der landeseigenen Immobilien kümmert, und Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Parchim. Das Land kündigte an, dass aus dem leer stehenden Gebäude in der Lübzer Chaussee eine Ersatzunterkunft werden soll. Eine Einrichtung, auf die das Land in absoluten Notfällen für die Unterbringung von Menschen zurückgreifen will - beispielsweise bei Flut, Bränden oder einem Tornado, wie er mit seiner Zerstörungswut über Bützow fegte. Zwischenzeitlich war das Landesvorhaben auch im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden, erfuhr SVZ aus dem Parchimer Rathaus.

Aber ein Notfall wäre beispielsweise auch, wenn eine große Flüchtlingsunterkunft im Lande wegen Quarantäne zeitweise geräumt werden muss. Eine dauerhaft genutzte neue zentrale Flüchtlingsunterkunft scheint aber nach bisheriger Auskunft der Behörden nicht in Parchim geplant zu sein. Wie Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums, auf SVZ-Anfrage erklärte, reichen die Kapazitäten des Landes in den zentralen Erstaufnahmelagern aus.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim beabsichtigt, seine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Ludwigsluster Chaussee in Parchim auszubauen, sagte Kreissprecher Andreas Bonin. Die Planungen dazu sind allerdings nur in Übereinkunft mit dem privaten Eigentümer dieser Immobilie möglich. Nach derzeitigen Vorstellungen sollen die neuen Räumlichkeiten im Stil der bestehenden als Flachbauten errichtet werden.

Seit Januar 2015 haben mehr als 2000 Asylbewerber und Flüchtlinge Unterkunft im Landkreis Ludwigslust-Parchim gefunden. Mehr als 300 Wohnungen hat der Landkreis seit September in Städten und in Dörfern angemietet und ausgestattet, dort leben inzwischen mehr als mehr als 1300 Asylbewerber. Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Ludwigslust verfügt über 260, die in Parchim über 200 Plätze. Das Übergangswohnheim für Flüchtlinge in Parchim in der Weststadt bietet 58 Plätze.

Des Weiteren befinden sich mehr als 350 unbegleitete minderjährige Ausländer in Obhut des Landkreises, so Andreas Bonin. „Für sie wie für alle Flüchtlingskinder wird Schulunterricht organisiert. Für die Erwachsenen bieten die Kreisvolkshochschule und andere Bildungsträger Kurse an.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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