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Parchimer Zeitung

20. Oktober 2017 | 01:54 Uhr

Parchim : Was steckt drin in der Verpackung?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Verbraucherschützer klärten in Parchim auf, was sich zuweilen hinter regionalen Produkten versteckt

von
erstellt am 12.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Gefährliches Fipronil in Hühnereiern vor allem aus Belgien und den Niederlanden: Die täglichen Meldungen über das Ausmaß des Eier-Skandals in Europa verunsichern viele Menschen. Da greift so mancher lieber zum Frühstücksei aus einem Stall in der Nachbarschaft.

Die Nachfrage nach Produkten aus der Region steigt nicht erst seit heute. Hersteller und Handel haben diesen Trend erkannt. Immer mehr regionale Produkte sind in den Regalen. Doch zuweilen wird mit Namen geworben, die mehr als zweideutig sind. Man muss genau hinschauen. Das erklärten Gisela Anderson und Sabine Rasch von der Verbraucherzentrale an ihrem Stand auf dem Parchimer Schuhmarkt.

Gisela Anderson zeigte beispielsweise ein Glas, auf dem der Name „Hofladenkonfitüre“ prangt. Doch spätestens beim zweiten Blick auf das Glas wird deutlich, dass dieses Produkt nicht aus einem kleinen Hofladen kommt, sondern in einer großen Fabrik hergestellt wurde. Ein anderer Hersteller wirbt mit einem Saft aus „heimischen Früchten“. Doch überhaupt nicht ersichtlich sei hier, was sich dahinter versteckt, sagt Gisela Anderson. Wurde hier Obst aus Deutschland verarbeitet? Oder ist es nur ein Hinweis darauf, dass solche Früchtesorten auch in Deutschland wachsen? Noch genauer hinschauen muss man beispielsweise bei einem Dosen-Produkt, das die Verbraucherschützer gefunden haben, bei dem unsere Insel Rügen im Namen auftaucht. Wer sich die Verpackung näher anschaut, entdeckt, dass die Fischsoljanka in Dänemark hergestellt wurde. Vielleicht nach einem Rügener Rezept?

Es gibt aber auch sehr gute Beispiele, erklärt Gisela Anderson. Sie zeigt beispielsweise das sogenannte Regionalfenster auf einer Eierpackung. Da sieht man gleich, woher die Eier kommen.

Eier lassen sich ohnehin schon heute genau zuordnen. Dank der Auszeichnung, die auf jeder Packung und auf jedem Ei vorgeschrieben ist. Doch auch hier muss man genau hinschauen, erklären die Verbraucherschützer. Wenn auf der Eierpackung Deutschland steht, bedeutet das erst einmal nur, dass sie hierzulande abgepackt wurden. In solchen Packungen sind zuweilen auch Eier, die beispielsweise aus Polen oder den Niederlanden stammen. Das erkennt man nur am Code, der auf jedes Ei gedruckt ist. Er enthält Informationen von der Haltungsart bis zum konkreten Stall. DE steht für Deutschland, wenn darauf die 13 folgt, stammen die Eier aus Mecklenburg-Vorpommern.

Viele Parchimer und Besucher der Stadt äußerten sich erfreut, dass sie vor Ort mit Verbraucherschützern ins Gespräch kommen konnten. Die nächste feste Beratungsstelle der Verbraucherzentrale gibt es in Schwerin. Die Ernährungsberater nutzen die Zeit, in der sie weniger Termine haben, um mit Menschen in Orten ins Gespräch zu kommen, wo es keine Beratungsstellen gibt. So führt die diesjährige Sommertour der Verbraucherzentrale nach Wismar, Greifswald, Parchim, Waren und Grimmen.

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