Parchim : Was die Region zu bieten hat

Erklärte Journalisten aus ganz Deutschland sein besonderes Handwerk: Kay Gundlacks Schaumanufaktur ist eine der Stationen zum regionalen Handwerk in Mecklenburg.
Erklärte Journalisten aus ganz Deutschland sein besonderes Handwerk: Kay Gundlacks Schaumanufaktur ist eine der Stationen zum regionalen Handwerk in Mecklenburg.

Tourismusverband lud Journalisten zur „ManufakTour“, eine Reise zum Handwerk und heimischen Spitzenbetrieben.

von
06. Mai 2019, 12:00 Uhr

Parchim | Sie kommen aus Dachau, Stuttgart oder Berlin: Journalisten, die als Multiplikatoren nach außen hin wirken, und die Leistungsfähigkeit der Region präsentieren sollen. Auf Einladung des Tourismusverbandes MV nahmen Kollegen aus ganz Deutschland von Donnerstag bis Sonntag teil an der „ManufakTour“, einer Reise zum regionalen Handwerk, das auch touristisch interessant sein kann. Großer Bahnhof daher im kleinen Geschäft von Schuhmacher Kay Gundlack in Parchim. Am Sonnabendgmorgen machte die Tour Station an der Marienkirche. Und Gundlack konnte die Gäste beeindrucken, allein schon mit der langen Liste von Prominenten, die regelmäßig bei ihm nach maßgefertigten Schuhen anfragen. Damit habe sie gar nicht gerechnet, so eine Journalistin, als sie nach Kay Gundlacks anekdotenreichem Vortrag die abgetragenen Boots von Stargeiger David Garrett fotografierte. Daneben die Fotogalerie mit den Promis, die hier bestellt haben: Thomas Gottschalk, Katja Flint, Forian Silbereisen.... Der gelernte Orthopädieschuhmacher machte sich 2006 selbständig, nachdem er sich in 15 Jahren des Angestelltendaseins etwas Neues wünschte. Ein Bericht in der SVZ machte damals das Fernsehen auf den charismatischen Existenzgründer aufmerksam. „Aber Unternehmer ist man ja nicht gleich, nur weil man eine Firma gründet“, so Gundlack. Das Interesse der Kunden zu verstetigen, sei gerade deswegen wichtig, weil er nur wenig auf klassische Laufkundschaft setzen kann. Maßanfertigungen können preislich bei etwa 1600 Euro liegen, Kunden hat Gundlack deutschlandweit und unter anderem in der Schweiz. „Aber Parchim ist eine alte Schuh- und Tuchmacherstadt. Natürlich könnte man auch nach Hamburg oder München ziehen, aber so einer Stadt etwas Besonderes geben zu können und nicht die hohen Mieten zu haben, das ist echt super“, so Gundlack.

Die „ManufakTour“ ist ein konzertiertes Themen-Reiseprogramm innerhalb der Metropolregion Hamburg. Mit noch vier weiteren Kulturlandschaften zum Erleben und Bereisen wirbt die Metropolregion in einem extra gestalteten Flyer. Dazu gehören etwa noch die Lüneburger Heide und das Elbe-Tal. Jana Sperber vom Landestourismusverband erklärt: „Die Manufakturen- Route verbindet ganz unterschiedliche Orte miteinander, man kann sie auch aufsplitten, und in Etappen bereisen. Der Zusammenhang ist aber interessant, weil ein normaler Tourist vermutlich nicht wegen eines Schuhmachers in die Region kommen würde.“ Weitere Stationen zuvor waren etwa die Möbelmanufaktur Goertz in Wismar, der Schweriner Klockenschauster und danach die Papiermachee-Herstellung im Ludwigsluster Palais Bülow. Zu den Beteiligten gibt es extra Interview-Audioguides im Internet.

Die Besucher in Parchim wurden nach dem Besuch in der Werkstatt ins Papillon entführt und bekamen von Stadtwerke Chef Dirk Kempke eine Vorführung des Edelwassers „- 181“. Das Bewerben der heimischen Wirtschaft in dieser konzentrierten Form sei wichtig, so Ilka Rohr, Stadtpräsidentin und Mitorganisatorin der Tour beim Landkreis. „Man kennt Kay Gundlack deutschlandweit, kennt auch das Wasser, aber man bringt es nicht wirklich mit Mecklenburg in Verbindung. Jede Werbung für Parchim ist wichtig, da bin ich ganz Lokalpatriot“, so Ilka Rohr. Mecklenburg könne so das Image unkreativer Kartoffelköpfe abstreifen und auch in der touristischen Nebensaison mit Qualität glänzen. Zudem wird, so Jana Sperber, Kaufkraft aus strategisch wichtigen Städten wie Berlin und Hamburg in die Region geholt, und mit dem Einsatz der Multiplikatoren vielleicht auch bald verstärkt aus dem Rest Deutschlands. Im Internet unter www.mecklenburg-schwerin.de/manufaktour kann man sich über das komplette Angebot der ManufakTour informieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen