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Parchimer Zeitung

20. November 2017 | 20:14 Uhr

Parchim : Warten auf das schnelle Internet

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Steiniger Weg beim Ausbau der Breitbandversorgung: Ein Jahr nach Ankündigung von Fördermitteln noch kein Baustart in Sicht.

von
erstellt am 04.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Internetnutzer in rund 70 000 Haushalten im Landkreis Ludwigslust-Parchim müssen sich weiterhin in Geduld üben. Für ihre bessere Breitbandversorgung sind Fördermittel zugesagt. Bis Ende 2018 soll eigentlich der Anschluss dieser Haushalte ans schnellere Internet stehen. Downloadgeschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde sollen zum Standard werden. Dank eines milliardenschweren Bundesprogramms.

Doch noch steht kein Tag fest, an dem der Ausbau der Infrastruktur startet. Das erfuhr SVZ auf Nachfrage von Joachim Müller, Fachdienstleiter in der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim. „Wir sind gegenüber unserer Hoffnung im Zeitverzug“, so Müller. „Der Weg zur Umsetzung ist etwas steiniger als erwartet.“ Und weiter: „Es ist sehr optimistisch zu erwarten, dass dieses Jahr noch jemand den Spaten in die Hand nimmt.“

Dabei gab es bereits im Frühjahr 2016 die erste gute Nachricht: 39 Millionen Euro vom Bund wurden für drei Fördergebiete im Landkreis zugesagt. Sie liegen in den Amtsbereichen Sternberger Seenlandschaft, Eldenburg-Lübz mit Teilen vom Amt Plau und der Region Wittendörp/Stralendorf. Zusagen für 106 Millionen Euro gab es im Sommer 2016 für weitere Gebiete im Kreis, in denen die Telekommunikationsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen nicht selbst investieren wollten. In den förderfähigen Gebieten sollen alle Haushalte, in denen eine Versorgung mit 30 Megabit pro Sekunde nicht gewährleistet ist, aufgerüstet werden. Damit erhalten selbst abgelegene Gehöfte eine schnelle Leitung. So kann am Ende durchaus der Letzte ganz vorn liegen, ein kleines Haus auf dem Dorf einen schnelleren Anschluss als eine Villa am Stadtrand haben.

Das Bundesland und die Landkreise hatten Dampf gemacht und erfolgreich viel Geld aus dem Bundesprogramm für den Breitbandausbau in Mecklenburg-Vorpommern abgezweigt. Müller spricht von einer Erfolgsstory, er verweist aber auf den Umfang des Projektes und auf die technischen Details. Es gibt festgelegte Schritte, Wartezeiten und es muss nachgearbeitet werden bei der detaillierten Planung. 2016 gab es zunächst auch nur die vorläufige Bewilligung für alle Projektanträge sowie die Zuwendungsbescheide vom Land. Inzwischen läuft das Vergabeverfahren für die ersten Projektgebiete. Nach den Bieterverhandlungen und den Vergabeempfehlungen müssen noch die Bundesnetzagentur und das Breitbandbüro des Bundes zustimmen. Erst wenn die Kosten wirklich feststehen, gibt es den endgültigen Zuwendungsbescheid, und dann kann der Vertrag mit den betroffenen Telekommunikationsanbietern geschlossen werden. Nach der vorläufigen Zeitplanung könne möglicherweise im Herbst der Zuschlag erteilt werden, äußert sich Müller vorsichtig.

Der Landkreis und auch das Land mit einem Referat im Energieministerium und dem Breitbandkompetenzzentrum seien gut aufgestellt, so Müller. Man habe sich mit dem TÜV Rheinland einen kompetenten Partner ins Boot geholt, um unter Zeitdruck die Planungen zu überarbeiten. Durch die externen Begleiter hofft Müller zudem, dass der Ablauf für die Projektgebiete aus der zweiten Runde schneller vollzogen werden kann.

Der Landkreis will mit dem Ausbau eigentlich möglichst viele Glasfaseranschlüsse schaffen. Doch ausgeschrieben werden musste die Breitbandversorgung neutral sowohl bezüglich der Technologie als auch der Hersteller. Müller erklärt: Wer immer auch ausbaut, müsse den offenen Zugang für andere Anbieter gewährleisten.

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