Thema Sucht : Wanderausstellung geht auf Tour

<fettakgl>Fast  50 Schautafeln </fettakgl>zum Thema Sucht haben  die Schüler der 9. und 10. Klasse der  Regionalen Schule Marnitz    erarbeitet.  Jacqueline Röhr,  Präventionsfachkraft   im Suchthilfzentrum Parchim, bietet  sie als Wanderausstellung   an -  für Schulen, Gemeinden, öffentliche Einrichtungen.<foto> Simone Herbst</foto>
Fast 50 Schautafeln zum Thema Sucht haben die Schüler der 9. und 10. Klasse der Regionalen Schule Marnitz erarbeitet. Jacqueline Röhr, Präventionsfachkraft im Suchthilfzentrum Parchim, bietet sie als Wanderausstellung an - für Schulen, Gemeinden, öffentliche Einrichtungen. Simone Herbst

Mädchen und Jungen der Marnitzer Schule hatten sich über einen Zeitraum von anderthalb Jahren mit dem Thema Sucht auseinander gesetzt, Material gesammelt, aufbereitet und umgesetzt. Das Ergebnis ist beeindruckend.

svz.de von
11. Januar 2013, 10:33 Uhr

Parchim | Im Rahmen der letzten Präventionswoche, die erstmals landkreisweit stattgefunden hatte, feierte auch eine Ausstellung öffentlich Premiere. Mädchen und Jungen der Regionalen Schule Marnitz hatten sich über einen Zeitraum von anderthalb Jahren mit dem Thema Sucht auseinander gesetzt, Material gesammelt, aufbereitet und umgesetzt. "Das Ergebnis ist beeindruckend", sagt Jacqueline Röhr, Präventionsfachkraft beim Suchthilfezentrum des Diakoniewerkes Kloster Dobbertin. Auf fast 50 Schautafeln haben die jungen Leute nicht nur sehr viel Kreativität bewiesen. "Vor allem ist es ihnen gelungen, die kritische Auseinandersetzung mit den verschiedensten Facetten der Sucht anschließend auch jugendgemäß, ansprechend und eindringlich umzusetzen. "In der Präventionswoche haben wir die Ausstellung das erste Mal präsentiert. Und sie zeigte Wirkung. Viele Schüler haben sie sich in den Workshop-Pausen angeschaut und darüber diskutiert. Und genau das ist es, was mit der Ausstellung erreicht werden soll", sagt Jacqueline Röhr. Ob die Marnitzer ihre Ausstellung allerdings schon mit dem Gedanken konzipierten, dass sie einmal landkreisweit auf Touren gehen soll? Wohl eher nicht. "Aber sie hat das Zeug dazu", ist sich Jacqueline Röhr sicher.

Deshalb geht die AG Regionale Suchtprävention des Kriminalitätspräventionsrates im Landkreis jetzt auch in die Offensive. Ein Teil der Ausstellung wurde bereits auf Dauer an das Haus der Jugend in Parchim ausgeliehen, das demnächst einen Raum zum Thema Sucht gestalten will. Alle anderen Schautafeln sind inzwischen Bestandteil einer Wanderausstellung geworden, die ab sofort an Schulen, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen ausgeliehen werden kann. Gegen eine kleine Gebühr. "Es lohnt sich", sagt Jacqueline Röhr. "Denn es ist nicht nur die einzige Ausstellung im Land, die in Kooperation zwischen einer Beratungsstelle und einer Schule entstanden ist. Aber genau deshalb ist sie im Stil der heutigen Jugend."

Zudem sei den Schülern, die in ihrer anderthalbjährigen Arbeit unterstützt wurden von dem freischaffenden Künstler und Vater Christian Kreher und Katrin Karger, die an der Marnitzer Schule sowohl Lehrerin als auch Präventionsbeauftragte ist, gelungen, die gesamte Bandbreite der Verhaltenssüchte zu thematisieren. Verhaltenssüchte, denen die Jugendlichen nicht unbedingt selbst erlegen sind. Mit denen viele von ihnen aber tagtäglich konfrontiert sind, sei es im Freundes- oder Bekanntenkreis oder auch in der Familie. "Diese Ausstellung einzumotten, sie nicht weiter zu nutzen, für Projekte, Gesprächsrunden, Aufklärung, hielte ich für sträflich", sagt Jacqueline Röhr unumwunden. Zumal auch die Finanzierung ein Glücksfall gewesen war: 2011 war die Arbeitsgemeinschaft, die im Altkreis Parchim schon seit vielen Jahren sehr aktiv und erfolgreich arbeitet, im Rahmen eines Wettbewerbs der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, ausgezeichnet worden. Damals erhielt das Projekt "Vorsicht Absturzgefahr" einen Preis für vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention. Weil der obendrein mit einem schönen Sümmchen dotiert war, konnte das Ausstellungsprojekt an der Schule in Marnitz überhaupt mit 500 Euro finanziert werden.

Dass mit der Ausleihe funktioniert übrigens ganz einfach: Interessenten sollten möglichst nicht zu kurzfristig Verbindung mit Jacqueline Röhr aufnehmen; am besten unter ihrer E-mail-Adresse: jacqueline.roehr@kloster-dobbertin.de. "Wir als AG", erklärt die Präventionsfachkraft, "betreuen die Wanderausstellung und nehmen Reparaturen vor, falls die erforderlich sind. Darüber hinaus bieten wir vor allem aber auch an, zu Veranstaltungen vor Ort zu kommen, um anhand der Ausstellung Gesprächs- und Diskussionsrunden zu führen."

Wenn das HdJ mit der o.g. Raumgestaltung fertig ist, wird es auch hier die Möglichkeit geben, die Marnitzer Schautafeln für thematische Veranstaltungen und Workshops zu nutzen. Ansprechpartnerin hier ist dann Susi Radewald.

Die Schule in Marnitz macht mit dieser Ausstellung nicht zum ersten Mal von sich reden: Bereits 2010 hatten die Lehrer und Schüler für ihr Engagement, das sehr wohl über das normale Maß hinaus geht, höchste öffentliche Anerkennung erfahren. Damals erhielt die Einrichtung den Deutschen Präventionspreis. Unter dem Motto "Schule - ein zweites Zuhause - Ergebnis gemeinsamen Miteinanders" arbeiten Schüler, Lehrer und Eltern mit vielen Kooperationspartnern kontinuierlich an einer inhaltlichen Weiterentwicklung der Schule, wobei dem Thema Gesundheitsförderung besondere Aufmerksamkeit gilt.

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