Parchim : Vorurteile abgebaut beim Bootsbau

Deutsche und Ausländer freuen sich über das unter fachlicher Leitung von Uwe Müller (2. v. r.) gemeinsam gebaute Boot. Bernd Torfstecher von den Maltesern (r.) sowie Uta Gellermann und Anett Nuklies vom Landkreis Ludwigslust-Parchim sind bei der Übergabe in Parchim dabei.
Deutsche und Ausländer freuen sich über das unter fachlicher Leitung von Uwe Müller (2. v. r.) gemeinsam gebaute Boot. Bernd Torfstecher von den Maltesern (r.) sowie Uta Gellermann und Anett Nuklies vom Landkreis Ludwigslust-Parchim sind bei der Übergabe in Parchim dabei.

Deutsche und Ausländer aus der Gemeinschaftsunterkunft in Parchim fertigen in einem multikulturellen Projekt gemeinsam ein Kanu

von
05. April 2016, 05:00 Uhr

Flüchtlinge aus der Malteser-Gemeinschaftsunterkunft in Parchim haben zusammen mit jungen Leuten aus Sternberg ein Kanu gebaut. Am gestrigen Montag wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Hintergrund des gemeinsamen Projekts „Multikultureller Kanubau“ war es, Vorurteile abzubauen, sagt Jens Lahl, Geschäftsführer des Güstrower Bildungshauses, das für die fachliche Umsetzung sorgte.

Bei dem Projekt haben Flüchtlinge und Deutsche, die sozial benachteiligt sind, zusammen gearbeitet. Auf der einen Seite waren Asylbewerber, die oft glauben, dass alle Deutschen ein Auto und ein Haus besitzen. Auf der anderen Seite waren es junge Deutsche, unter denen die Meinung verbreitet ist, Flüchtlinge würden mehr unterstützt vom deutschen Staat als hiesige Hartz-IV-Empfänger.

Der gemeinsame Bootsbau lief dann offenbar ohne Spannungen ab zwischen den Teilnehmern. Es gab keine Anfeindungen, erfuhr SVZ. Die Mitarbeit der Ausländer an dem Projekt war gut, erklärte der gelernte Tischler Uwe Müller, der den Kanubau fachlich geleitet hat. Die Flüchtlinge haben teils ihre Geschichten erzählt. Die Arbeit machte Spaß. Es gehe darum, Druck aus der gesellschaftlichen Entwicklung zu nehmen, betonte Jens Lahl.

Mit Uta Gellermann und Anett Nuklies vom Landkreis sprach der Bildungsträger über mögliche neue Projekte im Rahmen von „Demokratie leben!“ Mit Hilfe dieses Bundesprogramms wurde das Projekt finanziert.

(Ausführlich lesen Sie in der Printausgabe und im E-Paper)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert