Parchim : Vorsicht! Spritdiebe bohren wieder Autotanks an

So sieht ein angebohrter Tank aus. Die Reparatur kostet zwischen 200 und 1000 Euro.
So sieht ein angebohrter Tank aus. Die Reparatur kostet zwischen 200 und 1000 Euro.

Gemeiner geht es kaum: Weil sie auf einige Liter Benzin oder Diesel scharf sind, bohren Unbekannte die Tanks von abgestellten Autos an. Das ist im Stadtgebiet von Parchim in der vergangenen Woche drei Mal passiert.

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06. Mai 2012, 07:08 Uhr

parchim | Gemeiner geht es kaum: Weil sie auf einige Liter Benzin oder Diesel scharf sind, bohren Unbekannte die Tanks von abgestellten Autos an. "Das ist im Stadtgebiet von Parchim in der vergangenen Woche drei Mal passiert", sagt Waldemar Skrocki, Leiter des Polizeihauptreviers Parchim, im SVZ-Gespräch.

Die Diebe bohren von unten Löcher in die Tanks der Autos und fangen den ablaufenden Sprit auf. "Diese Masche gab es vor Jahren schon einmal in Parchim und Umgebung", berichtet Skrocki. Den Ärger haben die Autofahrer, die am nächsten Morgen nicht vom Fleck kommen. "Der Schaden durch die Sachbeschädigung ist ungleich höher als der Wert der Beute", schätzt der Revierleiter ein. Eine Parchimer Werkstatt nennt Reparatursummen von etwa 200 bis 1000 Euro, je nach Modell. Bei einigen Autos müsse sogar die Hinterachse ausgebaut werden, um den Tank auswechseln zu können.

Der ADAC vermutet, dass die Zunahme der Diebstähle mit den steigenden Preisen zu tun hat: "Im Grunde ist es ja klar: Umso höher die Preise von Kraftstoff steigen, umso mehr muss man auch vermuten, dass die erhöhten Zahlen von Kraftstoffdiebstählen damit in Zusammenhang stehen." Die Streifenwagenbesatzungen achten verstärkt auf Verdächtige in der Nähe von abgestellten Autos. Auch Bürger können genauer hinsehen und wichtige Hinweise geben.

In der vergangenen Woche mussten die Beamten des Parchimer Hauptreviers insgesamt 31 Straftaten aufnehmen. Die Tankbohrer reihen sich in die Fälle von insgesamt zehn Diebstählen ein. In zwei Fällen tankten Autofahrer ohne zu bezahlen.

Immerhin sieben Mal wurden die Polizeibeamten zu Körperverletzungen gerufen, zwei Mal schlugen die Täter schwerer zu. Oft ist Alkohol im Spiel, weiß Parchims Polizeichef. Bei den 23 Verkehrsunfällen der Woche war das bisweilen auch der Fall. Eine schwer veletzte und eine leicht verletzte Person mussten behandelt werden. Auffällig: Bei acht Unfällen war Wild beteiligt. "An den bekannten Stellen sollten Autofahrer immer damit rechnen, dass Wild über die Straße wechselt", rät Revierleiter Waldemar Skrocki. Das könne Bruchteile von Sekunden sichern, um eine Kollision verhindern zu helfen.

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