Polizei warnt : Vorsicht, Adventsgauner unterwegs

Taschendiebe suchen sich abgelenkte Opfer aus – an Haltestellen oder in der Kaufhalle.
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Taschendiebe suchen sich abgelenkte Opfer aus – an Haltestellen oder in der Kaufhalle.

Gewinnspielbetrüger wollten Geld von Parchimerin / Polizei warnt: Keine Chance für vorweihnachtliche Nepper

svz.de von
08. Dezember 2013, 17:53 Uhr

Mieser geht es nicht. Ausgerechnet in der friedlichen Adventszeit versuchte eine Betrügerin, eine 65-jährige Parchimerin um mehrere Hundert Euro zu erleichtern. Das Opfer durchschaute den Trick und erstattete in der vergangenen Woche Anzeige, wie Klaus Wiechmann, Sprecher der für Parchim zuständigen Polizeiinspektion Ludwigslust mitteilte. Er warnt gleich vor mehreren vorweihnachtlichen Gefahren.

Eine unbekannte Anruferin hatte die 65-jährige Frau in Parchim angerufen und ihr einen Gewinn von rund 50 000 Euro versprochen. Der Trick: Dafür sollten vorher Transfergebühren von mehreren Hundert Euro gezahlt werden, diesmal allerdings nicht als Überweisung. Das Opfer sollte sich in einer Tankstelle mit PIN-Nummern gesicherte Guthabenkarten kaufen – was die Parchimerin durchschaute. Hätte sie es getan, hätte die Betrügerin mit den PIN-Nummern an das Geld kommen können.

Wie der aktuelle Fall zeigt, sind Gewinnspielbetrüger nach wie vor aktiv. Aber die gute und rasche Aufklärungsarbeit der Polizei scheint den Adventsgaunern das Geschäft zu verhageln. Klaus Wiechmann: „Vollendete Betrugstaten sind in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen, die Dunkelziffer in diesem Bereich ist wahrscheinlich aber noch immer hoch.“ Die Drahtzieher sitzen häufig im Ausland und geben sich als Rechtsanwälte, Polizisten oder Staatsanwälte aus. Ihr Ziel ist es, Menschen einschüchtern und zum Überweisen von Bargeld zu nötigen.

Wie können sich Opfer schützen? „Ein seriöses Unternehmen wird die Gewinnausschüttung niemals an eine Bedingung knüpfen“, weiß Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Deshalb sein Rat: „Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn abzufordern. Zahlen sie keine Gebühren und rufen sie keine kostenpflichtigen Hotlines an.“

Im dichten Gedränge der Weihnachtsmärkte und Einkaufsmeilen sucht sich eine andere Spezies ihre Opfer: Taschendiebe nutzen den Trubel aus. Auf offen getragene Handtaschen und Einkaufsbeutel haben es Diebe speziell abgesehen. Polizeisprecher Klaus Wiechmann: „Der scheinbar zufällige Anrempler im Gedränge dient nur als Ablenkungsmanöver für einen gezielten und unbemerkten Griff in die Handtasche.“ Gleiche Vorsicht gilt auch in Supermärkten. Es gab auch in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Fälle, bei denen Geldbörsen aus Taschen verschwanden, die unbeaufsichtigt am Einkaufswagen hingen. Die Polizisten empfehlen deshalb, Handtaschen prinzipiell dicht am Körper zu tragen, bestenfalls vor dem Bauch. Noch besser sei Bargeld und andere Wertgegenstände in den Jackeninnentaschen zu verstauen.

Weil Heizungsableser oft im Dezember kommen, segeln in ihrem Windschatten auch unangenehme Zeitgenossen: Wenn ohne jegliche Ankündigung angebliche Gas- und Wassermonteure klingeln, die Leitungen und Wasserhähne überprüfen oder Zähler ablesen wollen, ist Vorsicht geboten. Klaus Wiechmann: „ Lassen sie niemals Fremde in ihre Wohnung, wenn sie den geringsten Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihres Erscheinens haben. Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig nach Druck, Foto und Stempel und rufen sie im Zweifelsfall immer sofort die Polizei an.“ Die Polizeibeamten in unser Region, die auch an den Feiertagen ihren Dienst rund um die Uhr verrichten, freuen sich, wenn ihre Tipps Kriminellen das Leben ein wenig schwerer machen. Hans-Peter Günzel, Chef der Polizeiinspektion Ludwigslust wünscht allen Parchimern eine unbeschwerte Adventszeit (Zitat oben).



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