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Parchimer Zeitung

20. Oktober 2017 | 01:51 Uhr

Spornitz : Vor Ostern geht es ab ins Grüne

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Hendrik Lobbe in Spornitz darf seine 900 Hennen wieder ins Freie lassen . Auch während der Zwangszeit im Stall legten die Hühner gut

von
erstellt am 11.Apr.2017 | 21:00 Uhr

Die Dotter der Eier aus Spornitz sind jetzt nicht mehr so hell, sondern kräftiger in der Farbe. Das kommt vom frischen Frühlings-Grünfutter, das die 900 Hühner auf Hof und Wiese von Hendrik Lobbe endlich wieder picken können. Vor Ostern durften die Tiere ins Freie. Das zuständige Veterinäramt gab grünes Licht.

Seit dem Herbst mussten landesweit alle Hühner, Enten, Gänse und andere Vögel wegen der Geflügelpest im Stall bleiben. Während zwischenzeitlich die Kleintierhalter in den meisten Regionen wieder ihre Tore öffnen durften, gilt für diejenigen mit mehr als 100 Tieren, dass das Veterinäramt nach Prüfung des Einzelfalls entscheidet.

Die Hennen auf dem Spornitzer Hof sehen leicht zerzaust aus, insgesamt haben sie aber die lange Stallzeit recht gut verkraftet, hört SVZ vom Halter. Zum Ausmisten, das Hendrik Lobbe sonst alle 14 Tage erledigt hatte, wurde es jetzt allerdings höchste Zeit. Einen ganzen Tag hatte er damit zu tun.

Was die Zeit im Stall erleichterte: Es war Platz. Früher hatte der Spornitzer bis zu 2200 Hühner gehalten. Mit dem neuen Bestand, den er im vergangenen Jahr eingestallt hat, teilten sich nur noch 900 weiße und braune Hühner das Areal.

Und in der Zukunft will sich der Landwirtschaftsbetrieb ganz von der Eierproduktion trennen, sagt Lobbe. Dann hält er nur noch privat Hühner: nur für den Eigenbedarf und für private Abnehmer.

Grund ist die Umstellung des gesamten Landwirtschaftsbetriebes auf Öko. Da passe die konventionelle Eierproduktion nicht mehr hinein, erklärt Hendrik Lobbe. Der Spornitzer verweist auf die Problematik mit Pflanzenschutzmitteln im konventionellen Landbau. „Man fühlt sich wohler“, sagt er zu seinem Wechsel zum Ökolandbau. Es sei aber auch eine Frage der Ökonomie. Der Betrieb wirtschafte auf leichten Standorten, auf denen ohnehin keine großen Erträge zu erzielen sind.

Anfangs hatten es die Spornitzer übrigens auch mit Öko-Eiern versucht. Das war aber nicht wirtschaftlich, erklärt Hendrik Lobbe. Abnehmer in der Region seien nicht bereit, einen Preis zu zahlen, der sich durch den hohen Aufwand bei der Öko-Produktion rechnet.

Die Spornitzer vermarkten ihre Eier ausschließlich in der Region. Sie beliefern Gaststätten und Küchen. Privatkunden holen sich die Produkte direkt vom Hof. Es sind Eier von freilaufenden Hühnern. Unter dem Label durften die Eier auch nach Beginn der Stallpflicht ab Oktober weiter verkauft werden. Bis Anfang Februar, dann galt das Label „aus Bodenhaltung“. Für viele Halter bedeutete das finanzielle Einbußen. Hendrik Lobbe konnte die Eier an seine Kunden weiter zu den gewohnten Preisen verkaufen.

Die Spornitzer Hühner haben auch während der Stallzeit sehr gut gelegt. So viel wie noch nie, sagt Hendrik Lobbe. Im Stall ist es warm und die Tiere fressen mehr als wenn sie auf dem Hof scharren. Die Hühner erhalten etwa zur Hälfte fertig gemischtes Futter und zur Hälfte Weizen aus eigener Produktion.

Hendrik Lobbe verzichtet auf Zusätze im Futter, die das Eigelb dunkler machen. Viele seiner Kunden haben früher selbst Hühner gehalten und wissen, dass die Dotter in anderen Jahreszeiten ohne das frische Grünfutter heller sind, sagt der Spornitzer. Durch das frische Grün im Frühjahr und das dunklere Dotter schmecke das Ei eigentlich auch nicht anders. Obwohl, so Lobbe: „Man bildet sich das ein. Das Auge isst mit.“

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