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Parchimer Zeitung

18. November 2017 | 13:23 Uhr

Waldbad Suckow : Vom Schwimmbecken zum Biotop

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Im früheren Suckower Waldbad brütet der Kranich / Künftig soll noch mehr Frischwasser durch den Teich geleitet werden

von
erstellt am 22.Jan.2015 | 08:14 Uhr

Früher haben sich im „Suckower Waldbad“ die Kinder in einem ausgebauten Schwimmbecken getummelt. Heute brütet an gleicher Stelle der Kranich in einem naturbelassenen Teich. Die einstige Badeanstalt am Dorfrand von Suckow hat sich in den letzten Jahrzehnten gänzlich verändert.

Jetzt steht die nächste Veränderung an. Der Teich soll mit noch mehr frischem Quellwasser durchflutet werden. Der Wasser- und Bodenverband Mittlere Elde will eine Rohrleitung, die heute einen Großteil des Frischwassers am Teich vorbeiführt, außer Betrieb nehmen, erfährt SVZ von Uwe Zöllner, dem Geschäftsführer des Verbandes. Um dann das gesamte Wasser eines Bachs durch den Teich zu leiten. Der würde dann gleichzeitig als Sandfang dienen und damit verhindern, dass sich ein Graben immer wieder zusetzt. Für Suckows Bürgermeister Jürgen Kühl gibt es die Bedingung, dass der Teich nicht versandet.

Das Areal „Suckower Waldbad“ war einst der Treffpunkt des Dorfes. Es gab neben dem Badebecken eine Freilichtbühne, auf der auch viele Show-Größen aus DDR-Zeiten auftraten.

Die Badeanstalt war zum Kindertag 1964 eröffnet worden. Dank Spenden und unzähliger freiwilliger Arbeitsstunden der Bewohner sowie durch die Bereitstellung von Arbeitsgeräten und Maschinen durch sämtliche Betriebe der Gemeinde konnte der Bau realisiert werden, geht aus einer Festschrift der Kommune von 2003 zum 675-jährigen Geburtstag von Suckow hervor. Es entstand ein schmuckes Objekt mit einem abgetrennten Becken für die Kinder und Startblöcken im Schwimmerbecken. Hier wurde auch Schwimmunterricht durchgeführt. Unter Leitung von Joachim Richert verwandelte sich 1972 eine in der Nähe befindliche Sandgrube zur Freilichtbühne, wo in den Folgejahren viele Veranstaltungen stattfanden. Gespeist wurde das Badebecken mit dem Bach, der am Schwarzen Berg an der Autobahn entspringt. Das Quellwasser hatte Trinkwasserqualität, erinnert sich Jürgen Kühl.

Nach der Wende und mit neuen Auflagen musste der Badebetrieb allerdings eingestampft werden. „Das ließ sich nicht betreiben als kleine Gemeinde“, so der Bürgermeister über das Waldbad. Ein Problem war, dass Moorwasser in das Betonbecken eindrang. Der Beton, der beim Bau vor Ort gemischt wurde, hatte eine sehr unterschiedliche Qualität, weiß Jürgen Kühl. Schon zu Vorwendezeiten gab es immer wieder Schäden an den Beckenwänden. Man habe versucht, das immer wieder auszuspachteln, so der Bürgermeister. Letztlich hätte nur eine grundlegende Erneuerung Abhilfe geschaffen. Das konnte sich die Gemeinde nicht leisten.

So musste das Schwimmbad, an dessen Bau einst das ganze Dorf mitgewirkt hatte, abgerissen werden. Es entwickelte sich mit den Jahren zu einem Biotop.

Suckows Waldbad ist kein Einzelfall. Auch die künstlichen Badeanstalten in Siggelkow und Spornitz verschwanden.

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