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Parchimer Zeitung

24. September 2017 | 01:47 Uhr

Parchim : Vom leeren Garten zum Biotop

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kleingartenentwicklungskonzept: Parchim setzt auf Rückbau ungenutzter Flächen

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 17:07 Uhr

Parchim bleibt künftig eine Gartenstadt. Doch die von Kleingärtnern zu beackernde Fläche dürfte sich im kommenden Jahrzehnt um etwa ein Viertel verringern. In sehr gut ausgelasteten traditionsreichen Anlagen, wie zum Beispiel am Vietingseck mit einer Leerstandsquote von etwa vier Prozent, soll es auch in ferner Zukunft in den 166 Parzellen grünen und blühen. Das gleiche gilt u. a. für attraktiv im Eldebereich oder am Wockersee gelegene Anlagen.

Die gewässerorientierte Lage von Kleingärten sei übrigens eine Parchimer Besonderheit: 25 Prozent aller Anlagen befinden sich an oder im unmittelbaren Umfeld eines Gewässers. Für Flächen ohne Nachfrageperspektive oder mit hohem aktuellen Leerstand wird der schrittweise (Teil)Rückbau empfohlen. Beispiel: Pingelshöhe. Flächen könnten in der Perspektive z. B. in Biotope, Grünflächen oder als Pufferzone bzw. Ausgleichsflächen für Gewerbe verwandelt werden, schwebt der Stadt vor. Im Raum steht ebenfalls ein Teilrückbau von Flächen für die Schaffung von Wohnbauland - allerdings in einem sehr moderaten Umfang. In diesem Zusammenhang hat die Stadt bekanntlich ein Auge auf einen Bereich in der Anlage Hoffmannsruh geworfen, die direkt an ein Wohngebiet grenzt. Geprüft werden soll ebenfalls die Erweiterung der Bebauung im Bereich Illekrietwg/Paarscher Weg. Das geht aus dem Kleingarten-Entwicklungskonzept (KGEK) für die Stadt Parchim hervor, das in dieser Woche ohne Diskussion die Stadtvertretung passierte. Bereits Ende März ist es in einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt worden. Sie stieß damals erwartungsgemäß auf breites Interesse bei Parchimer Kleingärtnern (SVZ berichtete).


Betroffene frühzeitig einbeziehen


Schon damals versicherte Bürgermeister Dirk Flörke, dass man die Kleingärtner frühzeitig in alle Überlegungen einbeziehen, behutsam vorgehen und nichts über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden wolle. Gemischte Eigentumsverhältnisse dürften die Verhandlungsposition der Stadt allerdings nicht leicht machen. Mit dem Kleingartenentwicklungskonzept möchte die Stadt die zahlreich vorhandenen und gut organisierten Kleingärten für die Zukunft sichern und über Problemlagen mit den Kleingärtnern ins Gespräch kommen, um dafür Lösungen zu entwickeln. Hintergrund: Auch im Parchimer Kleingartenwesen sind die bundesweiten Tendenzen ablesbar, schlussfolgert das mit der Konzepterarbeitung beauftragte Büro Proske Landschaftsarchitektur: Deutlicher Bevölkerungsrückgang seit 1990, Altersumbruch und neue Nutzungsanforderungen in Bezug auf Freiheit und Erholung würden zu einem veränderten Bild der Kleingärten führen. Das Kleingartenwesen in Parchim steht vor einem Generationswechsel. Die altersbedingte Aufgabe von jahrzehntelang gehegten und gepflegten Parzellen werde in den nächsten 20 Jahren auch in der Eldestadt zu einem verstärkten Leerstand führen, wenn es nicht gelingt, junge Familien einzubeziehen.

Auf Initiative der SPD-Fraktion wurde der Bürgermeister von den Stadtvertretern beauftragt, eine Strategie zur Umsetzung der sich aus den frei werdenden Gärten ergebenen Maßnahmen zu erarbeiten und dafür konkrete Zeitfenster zu benennen.  

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