Domsühl : Viele Wege führen zum Pingelhof

Karin und Carsten Schwarz sowie Kerstin Zimmermann (v.r.n.l.) sind sich sicher, dass mit der neuen Beschilderung noch mehr Besucher aus nah und fern den etwas abgelegenen Pingelhof finden werden.
Karin und Carsten Schwarz sowie Kerstin Zimmermann (v.r.n.l.) sind sich sicher, dass mit der neuen Beschilderung noch mehr Besucher aus nah und fern den etwas abgelegenen Pingelhof finden werden.

Förderverein vergibt Auftrag für neues Reetdach. Zusammenarbeit mit Schulen wird vertieft. Jahresprogramm steht.

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22. Januar 2018, 12:00 Uhr

Der Erhalt der historisch wertvollen Pingelhofscheune ist gesichert. Am Freitagabend haben die Mitglieder des Fördervereins beschlossen, den Auftrag für ein neues Reetdach an die Plater Firma Casper zu vergeben. Mit einem Finanzvolumen von knapp 50 000 Euro ist dies zugleich das anspruchvollste Projekt, dass der gemeinnützige Verein als Bauherr auf der mehr als 400 Jahre alten Hofanlage am Rande der Lewitz stemmen will. „Es ist eine große Herausforderung, die wir nur mit Unterstützung weiterer Sponsoren realisieren können“, stellt Vereinsvorsitzender Hans-Werner Beck klar.

Nachdem die Leader-Aktionsgruppe bereits im Herbst beschlossen hat, das neue Dach für die Jahrhunderte alte Scheune mit bis zu 80 Prozent aus Fördertöpfen der EU zu unterstützen, gilt es für den 33-köpfigen Verein, den beachtlichen Eigenanteil aufzubringen. Schatzmeister Herrmann Freude konnte berichten, dass nicht nur 5000 Euro aus dem Vereinsvermögen, sondern auch Spenden der Sparkasse, der VR-Bank und einer Familie zur Verfügung stehen. „Wir werden in den kommenden Tagen weiter kräftig die Werbetrommel rühren, damit das nötige Geld rechtzeitig zur Verfügung steht“, so Hans-Werner Beck, der nicht nur Vereinsvorsitzender, sondern auch Bürgermeister der Gemeinde Domsühl ist. Für Mittwochabend hat er ehrenamtlich engagierte Mitbürger und Vertreter von ortsansässigen Firmen zum Neujahrsempfang eingeladen. „Ich würde mich freuen, wenn uns der eine oder andere auch beim Projekt Reetdach finanziell unter die Arme greifen könnte“, sagt er.

Schon kurz nach der diesjährigen Saisoneröffnung des Pingelhofes am Ostersonntag soll die Sanierung des Scheunendaches beginnen. „Das dürfte spannend werden. Die Besucher haben die einmalige Gelegenheit mitzuerleben, wie Reet nach alter Tradition verlegt wird“, freut sich Museumsführerin Kerstin Zimmermann schon sehr. Die Firma von Frank Casper verfügt über 25-jährige Erfahrung und ist Mitglied der Reetdachdeckerinnung von Mecklenburg-Vorpommern. Das hochwertige Reet kommt direkt von den Ufern am Schwarzen Meer. Frank Casper liebt seinen Beruf, vor allem den Umgang mit dem Naturmaterial Reet und die Arbeit im Freien. „Jedes alte Haus ist etwas Besonderes”, meint der Plater, der selbst nur 25 Kilometer entfernt vom legendären Pingelhof in einer reetgedeckten Büdnerei aus dem Jahr 1632 wohnt.

Intensivieren will der Förderverein die Zusammenarbeit mit der Beschäftigungsgesellschaft BBS Start und den Schulen der Region. Nachdem im Vorjahr ein grünes Klassenzimmer auf dem Hof entstand, soll es nun für Kinder- und Jugendliche mit Leben erfüllt werden. „Hier kann interessanter Projektunterricht stattfinden. Anfang Juli werden rund hundert Kinder der Domsühler Grundschule erwartet“, so Hans-Werner Beck. Mit tatkräftiger Unterstützung der BBS Start soll auch die in die Jahre gekommene Blockhütte für neue Vorhaben erschlossen werden.

Auch das Jahresprogramm für den Pingelhof steht. Die Hoffnung, dass nach der gelungenen Premiere des Jungen Staatstheaters vom Vorjahr eine Fortsetzung folgt, ist geplatzt. Dafür fehlt dem Parchimer Theaterensemble das Personal. Und auch die Idee, den Pingelhof als neue Spielstätte für das Musikfestival MV zu gewinnen, bleibt vorerst Zukunftsmusik. Ansonsten dürfen sich die Besucher auf einige Höhepunkte freuen. Gefeiert wird Ostern, am Herren- und Muttertag sowie ein große Ernte- und Schlachtefest. Mit dem Auftritt der Sächsischen Posaunenmission erwartet die Gäste am 14. Juli ein musikalischer Leckerbissen.

Zum ersten Mal wird der Pingelhof am 27. Oktober Gastgeber für die große Abschlussveranstaltung der Tüffelwochen der Lewitz. Dann treffen sich hier Akteure aus der gesamten Region.
Damit das für Norddeutschland einmalige Hofensemble noch bekannter wird, soll das Stadtfest in der Kreisstadt (25- 27. Mai) dafür genutzt werden, um mitten im Herz von Parchim mit einem eigenen Stand zu werden. Mit stilvollen gestalteten Holzschildern, die Carsten Schwarz gezimmert hat, soll es endlich einfacher werden, die in Alt Damerow etwas versteck liegende Hofanlage zu finden. Schließlich führen viele Wege zum Pingelhof...

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