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Parchimer Zeitung

23. November 2017 | 14:18 Uhr

Parchim : Viele Sorgen, doch nicht allein

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Helferkreis Ludwigslust-Parchim bietet am 21. Februar und 21. März wieder kostenlose Demenz-Beratung an

von
erstellt am 15.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Wenn jemand einen Termin für ein individuelles Beratungsgespräch mit Susanne Müller vom Helferkreis Ludwigslust-Parchim vereinbart, empfiehlt sie meistens zuerst: „Schreiben Sie Ihre Fragen zu Hause in Ruhe auf einen Stichwortzettel und bringen Sie ihn mit.“

Am Dienstag kommender Woche wird Susanne Müller wieder von 13.30 bis 16.30 Uhr in Parchim sein, um Menschen rund um das Thema Demenz informierend und beratend zur Seite zu stehen. Seit dem Herbst vergangenen Jahres bietet der Helferkreis der Comtact GmbH einmal im Monat in der Kreisstadt diese kostenlose Möglichkeit. „Der Bedarf ist da“, weiß Susanne Müller. Aus fast zehnjähriger beruflicher Erfahrung in diesem Metier kann sie realistisch einschätzen, was pflegende Angehörige physisch und psychisch auf sich nehmen, um rund um die Uhr für ihren Partner, für die Mutter, den Vater, die Tante oder gar das eigene Kind da zu sein, die von Demenz betroffen sind. „Oft sind es die Alltagssituationen, die den Ratsuchenden große Probleme bereiten“, unterstreicht Susanne Müller. Da sei es schon eine große Hilfe, die Sorgen einmal in einem Vieraugengespräch in einem geschützten Raum aussprechen zu können und Anregungen zu bekommen, wo es weiterführende Hilfe gibt. Etwa 80 Prozent ihrer Gesprächspartner, die aus der Stadt und dem Umkreis von 20 bis 40 Kilometern zur Beratung kommen, vermittelt Susanne Müller an den Pflegestützpunkt Parchim weiter. Die Zusammenarbeit mit dieser Einrichtung sei ein ganz großer Segen, lobt Susanne Müller.

Im Herbst 2014 bildeten die Comtact GmbH in Schwerin, der Landkreis mit seiner Stabsstelle Jugendhilfe und Sozialplanung sowie die Pflegestützpunkte in Ludwiglust und Parchim eine vom Bund geförderte lokale Allianz, mit dem Ziel, pflegende Angehörige von Demenzerkrankten zu entlasten. Zwei speziell für Angehörige angebotene Schulungen haben den Teilnehmern sichtlich gut getan und ihnen Mut gemacht. Auf den Weg gebracht wurden Angehörigentreffen in einem angenehmen Ambiente als Austauschmöglichkeit sowie Angebot, mit Fachkräften ins Gespräch zu kommen.

Am 15. März startet in Parchim bereits die dritte Schulung für Interessierte, die sich die Mitwirkung im ehrenamtlichen Helferkreis als dankbare Aufgabe vorstellen können. Bis zum 26. April werden sie in 40 Unterrichtsstunden auf ihren Einsatz vorbereitet. Zu den Tätigkeiten des ehrenamtlichen Demenzbetreuers zählen zum Beispiel Gespräche, das Vorlesen, Gesellschaftsspiele, die Begleitung bei Spaziergängen, ja auch das gemeinsame Beackern eines Blumenbeetes.

2007 begann Susanne Müller von der Comtact GmbH mit dem Aufbau des ersten Helferkreises für die Landeshauptstadt, 2014 wurde dieses Entlastungsangebot auf den Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgedehnt. In allen drei Regionen sind derzeit insgesamt 50 Ehrenamtliche im Einsatz. Mit Herzblut und positiver Energie gelang es Susanne Müller mit ihrer Arbeit, das Thema Demenz stärker in den Focus der Öffentlichkeit zu rücken und vor allem den Blickwinkel auf die Leistung der pflegenden Angehörigen zu richten. Stolz ist sie, dass seit dem 1. Januar 2017 eine weitere Projektmitarbeiterin hauptamtlich im Helferkreis Schwerin-Ludwigslust-Parchim tätig ist. Juliane Vogler freut sich sehr auf diese berufliche Herausforderung. Die Schwerinerin ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin und absolvierte in Neubrandenburg ein Studium der Gesundheitswissenschaften.
 

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