Tag der Erneuerbaren Energie : Viele Fragen zur Energiewende

Bereichsleiter Karsten Schiller (4.v.l.) führte die interessierten Besucher kompetent durchs Umspannwerk.  Fotos: Wolfried Pätzold
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Bereichsleiter Karsten Schiller (4.v.l.) führte die interessierten Besucher kompetent durchs Umspannwerk. Fotos: Wolfried Pätzold

Großes Interesse für „Tag der erneuerbaren Energie“ / Umspannwerk Parchim-Süd öffnete die Türen / Bürger für intensiven Dialog

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27. April 2015, 08:00 Uhr

Parchim Das wollten sich viele nicht entgehen lassen. Da spielte es am Samstag auch keine Rolle, dass das Wetter dem ersten „Tag der erneuerbaren Energien“ zunächst nicht wohl gesonnen war. „Wir haben von der Möglichkeit, das Umspannwerk  zu besichtigen, in unserer Parchimer Zeitung gelesen und sind nun gespannt“, so Doris und Reinhard Wollny. Die beiden Senioren, die in der Kreisstadt zu Hause sind, haben auch einige Fragen mitgebracht. „Die Energiewende geht schließlich jeden etwas an“, so ihre Meinung. Gut vorbereitet auf ihre Gäste haben sich die Experten der Energiebranche. Andreas Haak, Geschäftsführer der Wemag Netz GmbH, die gemeinsam mit dem Unternehmen „50 Hertz Transmission“ das Umspannwerk Parchim-Süd aufgebaut hat und es nun auch betreibt, war mit seinen Kollegen vor Ort, um kompetent durch die Anlagen, die ansonsten Besuchern verschlossen bleiben, zu führen. Die staunten so wie Herbert Matz, der früher selbst als Elektromonteur tätig war, über die moderne Technik nicht schlecht. Aber auch er bleibt nachdenklich: „Bei der Energiewende kommt es darauf an, die Bürger rechtzeitig und umfassend einzubeziehen. Das klappt bislang nicht immer, so wie beispielsweise beim Bau des Windparkes Parchim-Ost“. Bereichsleiter Karsten Schiller öffnet die Schaltwarte, erklärt die Technik, die kaum noch Mitarbeiter beim Betrieb benötigt, und hat auf jede Frage eine Antwort. Da wird auch nicht um den nervig brummenden Trafo herumgeredet, der noch aus DDR-Zeiten stammt und bis ins Nachbardorf Neuburg zu hören ist. Das Umspannwerk, das die Stromautobahn in den Süden maßgeblich stärkt und den Strom mehrerer Wind- parks annimmt und aufbereitet, gilt als Vorzeigeprojekt wie Investoren und Energieversorger zusammenarbeiten können.  Die Parchimerin Dietlind Gohle, Aktivistin der Bürgerinitiative „Freier Horizont“ , nutzte diesen Tag, um ihre kritische Meinung zum Windkraftausbau vor Ort zu vertreten. „Von einer Lichtshow wie im Windpark Barkow am Freitagabend halten wir nichts. Das verniedlicht die krassen Probleme der Energiewende“, so Gohle. 

Hintergrund: Tag der Erneuerbaren Energien

Der jährlich stattfindende "Tag der Erneuerbaren Energien" ist eine deutschlandweite Initiative, die zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl die verschiedenen Nutzungsarten einer nachhaltigen Energiewirtschaft präsentiert. Dieser Tag ist offen für Anlagenbetreiber, Bürgerinitiativen, Agenda 21 Gruppen und Unternehmen, die aufzeigen wollen, dass die Energieversorgung auf der Basis der erneuerbaren Energien funktioniert.

Mit dem „Tag der Erneuerbaren Energien“ ist es in Mecklenburg-Vorpommern erstmals gelungen, Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien zu begeistern,  ihre Türen und Tore zu öffnen.

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