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Parchimer Zeitung

14. Dezember 2017 | 07:30 Uhr

Groß Godems : Viele Bienen und wenig Honig

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Eldeland Bioimkerverein sorgt für Imker- und Bienenzuwachs. Patenschaft für Neueinsteiger. Ausbeute in diesem Sommer gering.

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Es ist nicht zu überhören. Im naturbelassenen Garten von Miriam Schüngel summen Tausende Bienen in der Nachmittagssonne. Die Groß Godemserin genießt dieses Sommerkonzert sichtlich. Noch vor vier Monaten verirrte sich in den Garten hinterm Haus nur selten eine Biene. Schon mitten im Winter hat die 50-Jährige den Grundstein dafür gelegt, dass Bienen nun quasi zum Haushalt gehören. „Vor Jahren habe ich in Österreich einen alten Imker kennengelernt. Es war für mich wie eine Initialzündung. Bienen verdienen mehr Aufmerksamkeit. Es hat zwar lange gedauert, aber nun kann ich mir diesen Traum als Imkerin Schritt für Schritt erfüllen“, freut sich Miriam Schüngel. Sie gehörte schließlich zu den mehr als 20 Frauen und Männern, die sich bei einem Kurs des Eldeland Bioimkervereins seit Jahresbeginn das theoretische Rüstzeug angeeignet haben. Zu den Experten, die dort Wissen und langjährige Erfahrungen vermittelten, gehört Wolfgang Pfeffer. „Mir kommt Loriot in den Sinn, ein Leben ohne Bienen ist möglich, aber sinnlos“, scherzt Wolfgang Pfeffer und wird nicht müde, sich für mehr Imker und mehr Bienen zu engagieren.

Regelmäßig schaut Wolfgang Pfeffer auch bei Miriam Schüngel in Groß Godems vorbei. „Wir begleiten die Neueinsteiger wie versprochen mit Rat und Tat. Zunächst wurden die Bienenvölker beschafft, Unterstützung bei der Ausrüstung gegeben und auch das Schleudern des ersten Honigs von unserer mobilen Schleuder übernommen“, so der Vereinschef. Auch bei der Vermarktung des Bio-Honigs hätte Pfeffer gerne geholfen. Doch da gibt es ein Problem. Die Honigausbeute ist in diesem Sommer vergleichsweise schlecht. Pro Bienenvolk konnten durchschnittlich nur 30 von üblichen 60 Kilogramm Honig geerntet werden. Erfreulich sei allerdings, dass sich die Bienenvölker sehr gut entwickeln und die Zahl der Insekten die Erwartungen mehr als erfüllt.

Mirian Schüngel hat im Juni den ersten eigenen Honig in vollen Zügen genossen. „Auch Freunde und Bekannte habe ich damit beglückt. Ich mache auf jeden Fall weiter“, sagt die Groß Godemserin, die ihre neun Völker mit fachlicher Begleitung nun bald auf die Winterzeit vorbereitet. „Das wird entscheidend sein, wie unsere Bienen die kalten Monate überstehen und in welchem Zustand sie im nächsten Frühjahr wieder ausschwärmen. Die unbedingt notwendige Bekämpfung der gefährlichen Varroamilben erfordert viel Fachkenntnis“, meint Wolfgang Pfeffer. Ziel bleibt, dass es möglichst in jedem Dorf wieder einen Imker gibt.

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