Flugzeugservice Parchim : Viele Aufträge für Parchims Werft

Geschäftsführer Volker Salomo betreibt die einzige Flugzeugwerft von Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Gelände des Airports Parchim steht seine Halle.
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Geschäftsführer Volker Salomo betreibt die einzige Flugzeugwerft von Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Gelände des Airports Parchim steht seine Halle.

Flugzeugservice von Volker Salomo behauptet sich seit über 20 Jahren. Der Betrieb hat Außenstellen in Spanien und südlich von Berlin

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30. März 2016, 05:00 Uhr

Volle Auftragsbücher in der einzigen Flugzeugreparaturwerft von Mecklenburg-Vorpommern in Parchim: „Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze“, sagt Geschäftsführer Volker Salomo.

165 Flugzeuge werden pro Jahr durch die Spezialisten der Salomo Flugzeugservice GmbH gewartet, repariert und geprüft – von Ultraleicht- über Segel- bis zu Motorflugzeugen. Auf dem Gelände des Airports in Parchim beschäftigt die Werft acht Mitarbeiter. Mit der Genehmigung von Salomos Firma arbeiten aber insgesamt 26 Leute. Das Unternehmen verfügt über Außenstellen in Spanien und in Oehna, südlich von Berlin.

Geschäftsführer Volker Salomo hat sich seit seinem 14. Lebensjahr der Fliegerei verschrieben. Bei der Segelflugschule in Pinnow bei Schwerin absolvierte er Ostern 1978 bei Schnee seinen Erstflug.

„Der Virus hat mich erfasst“, erklärt der Geschäftsführer, der sein Hobby später zum Beruf gemacht hat. Über die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) war er bis zur Wende Leiter einer Werkstatt für einmotorige Propellermaschinen.

Danach ging er in die alten Bundesländer, arbeitete in verschiedenen Betrieben seiner Branche und qualifizierte sich weiter. U.a. war er in Bayern und zuletzt in Norddeutschland, bis zum Tod seines damaligen Chefs in einer Flugzeugwerft. Zwischenzeitlich hatte auch in Mecklenburg-Vorpommern die Fliegerei wieder einige Interessenten gefunden. Ihre Maschinen mussten betreut werden.

Volker Salomo machte sich mit seinem Servicebetrieb 1995 auf einem Flughafen in Rerik an der Ostsee selbstständig. Als dieser Airport 1998 geschlossen wurde, suchte der Firmenchef einen neuen Standort und fand ihn in Parchim. Auf dem hiesigen Airportgelände weihte er im Januar 2005 eine Reparaturhalle ein, die er gerade einer Verschönerungskur unterzogen hat. Fassade und Fußboden in der Werkhalle wurden neu gestrichen.

Der Servicebetrieb hat seit 20 Jahren eine europäische Genehmigung für die Instandhaltung von Flugzeugen bis zu 5,7 Tonnen. Und er verfügt auch selbst über die Prüfer, die bescheinigen dürfen, dass ein Luftfahrzeug starten darf. Ähnlich wie beim TÜV für Autos (alle zwei bis drei Jahre) müssen Flugzeuge sogar jedes Jahr einer technischen Prüfung unterzogen werden. Deshalb verfügt Salomo über sehr viele Stammkunden.

Auch große Reparaturen erledigt die Werft. Man könne aber nicht alles machen, sagt der Chef. Das Überholen von Motoren übernimmt eine Firma in Kopenhagen, mit der der Mecklenburger seit zwei Jahrzehnten zusammenarbeitet.

Durch Mund-zu-Mund-Propaganda sei sein Kundenstamm angewachsen, sagt Volker Salomo. Auf den Weg zu ihm machen sich Flieger aus ganz Deutschland. Die wenigsten sind aus Mecklenburg-Vorpommern, viele aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen und dem Berliner Raum, einige von weiter her, beispielsweise aus Frankfurt/Main.

Durch das Regularium für die Luftfahrt ist das Fliegen komplizierter geworden, weiß Salomo. Im süddeutschen Raum nimmt die Zahl der privaten Flugzeuge ab. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es einen leichten Aufwärtstrend, beobachtet er. Allerdings unter anderem Vorzeichen: „Wir hatten nie eine große allgemeine Luftfahrt.“ Auffallend: Wer fliegen will, möchte meist ein Top-Flugzeug, sei es für die Firma, für Dienstreisen oder für Urlaubsreisen mit der Familie, sagt der Geschäftsführer. Dagegen sinke die Nachfrage nach dem „Sonntagnachmittag-Kaffee-Flug“.

Übrigens: Volker Salomo, der schon von Berufs wegen viel in der Luft unterwegs ist, hat inzwischen mit seiner Frau gemeinsam an einem noch ganz anderen, sehr bodenständigen Hobby Gefallen gefunden: Urlaub mit dem Campinganhänger.

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