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Parchimer Zeitung

18. Oktober 2017 | 02:22 Uhr

Rom : Viel Arbeit auf dem Acker

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Bauern der Agrargenossenschaft in Rom sind wegen des niederschlagsreichen Wetters in Verzug

von
erstellt am 11.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Hochbetrieb herrscht auf den Feldern der Agrargenossenschaft in Rom. Mit Spezialtechnik wird das Kuhfutter für die kommenden Monate, der Mais, geerntet und zur Lagerung in große Silos gebracht. Kartoffeln werden gerodet, die in dieser Woche quasi frisch vom Acker verkauft werden. Gleichzeitig wartet noch eine Menge Arbeit bei der Herbstbestellung.

Etwa eine Woche sind die Landwirte in Rom gegenüber anderen Jahren in Verzug, wie Dr. Volker Toparkus, der Leiter der Agrargenossenschaft, sagt. Zu kämpfen haben die Bauern mit den feuchten Böden. Überall stehen Pfützen. Die Befahrbarkeit der Flächen sei nicht gegeben, so Toparkus. Es sei nicht möglich einen saatfähigen Acker herzustellen, weil zu viel Wasser im Boden ist. Die Landwirte riskieren Bodenverdichtungen, wenn sie jetzt auf den Acker fahren. Solche Strukturschäden müssen mit Bodenmeißeln und Grubbern wieder aufwendig beseitigt werden.


Niederschläge über dem Durchschnitt


„Es ist ein sehr feuchtes Jahr“, erklärt Toparkus. Der Landwirt registriert die Niederschlagsmengen. Im Juni waren 130 Liter pro Quadratmeter in Rom gefallen, normal sind 70. Im Juli waren es mit 180 Litern weit mehr als das Doppelte vom Durchschnitt. Auch der August war zu nass, der September normal. Dafür schüttete es in den ersten Oktobertagen. Bisher waren es 50 Liter. Eine enorme Menge für den Oktober, sagt Toparkus. Über das Jahr gerechnet sind in Rom bislang 730 bis 740 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen. Normal sind es zu diesem Zeitpunkt 520 bis 530 Liter. Die Statistik des Agrarchefs zeigt aber auch: Seit der Jahrtausendwende gab es schon drei sehr niederschlagsreiche Jahre: 2002, 2007 und 2011. Wogegen es in den 1990er-Jahren auf den Feldern rund um Rom vergleichsweise trocken war.


Kartoffeln zum Einkellern


Tradition Anfang Oktober: Die Römer veranstalten eine Aktionswoche, bei der sie ihre Speisekartoffeln günstig an den Mann bringen. In dieser Woche ist wieder der Frei-Hof-Verkauf für die Einkellerung.

Geerntet wird derzeit allerdings in etwa nur soviel wie verkauft wird. Denn es sei einfach noch zu warm, erfuhr SVZ vom Betriebschef. Und für die nächsten Tage sind steigende Temperaturen vorhergesagt. Um die Kartoffeln gut lagern zu können, sollte es kälter sein - um die zehn Grad.

Die Ernte der Knollen auf dem Acker übernimmt übrigens schon seit Jahren eine Rentnerbrigade. Es sind ehemalige Beschäftigte des Betriebes, die sich im Herbst auf diese Weise etwas dazu verdienen.

Eingelagert wird derzeit das Kuhfutter für den Winter. Denn die Maisernte ist in vollem Gange. Dabei gehen die Römer neue Wege, um besonders gut geeignetes Futter für die Wiederkäuer zu erzeugen.

Eine Fremdfirma ist mit Spezialtechnik auf dem Schlag, mit dem sogenannte „Schreddlage“ erzeugt wird. Sie unterscheidet sich von anderer Maissilage, indem bei der Ernte die Körner aufgebrochen und die Halme längs gespalten werden, wobei zugleich jedes Stück vom Halm länger bleibt.

Direkt vom Acker wird das Futter in die Silos gefahren, aufgeschichtet, verdichtet und luftdicht verschlossen.

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