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Vor der Entscheidung : Verlässt Eldeflotte bald Parchim?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Neue Eigner für Ausflugsschiffe „Elde-Queen“ und „Räuber Vieting“ dringend gesucht / AWG zieht unwiderruflich Schlussstrich

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 14:33 Uhr

In drei Wochen fällt die Entscheidung. Dann wird besiegelt, ob die zwei verbliebenen Schiffe der Eldeflotte ihrem Heimathafen in Parchim für immer verlassen. „Wir ziehen definitiv einen Schlussstrich unter das schwierige Kapitel ABS, zu dem auch die beiden Ausflugsschiffe gehören. Das sind wir unseren Genossenschaftsmitgliedern und Mietern schuldig“, gibt sich der Vorstandsvorsitzende der Wohnungsbaugenossenschaft Güstrow-Parchim Norbert Karsten im Gespräch mit der Parchimer Zeitung entschlossen. Dabei schlagen zwei Herzen in seiner Brust. „Wir haben bis zuletzt gehofft, dass für die beiden Schiffe ein neuer Eigner aus der Region gefunden wird. Zu anderen sind wir verpflichtet, weiteren finanziellen Schaden von unserer Genossenschaft abzuwenden“, meint Karsten. Die Boote, die im Rahmen der noch nicht abgeschlossenen Abwicklung des Tochterunternehmens ABS veräußert werden müssen, wurden von unabhängigen IHK-Gutachtern bewertet. Hinzu kommt, dass die Elde-Queen in einem speziellen Schiffsregister vermerkt ist und damit besondere Auflagen für Verkauf und Betrieb zu berücksichtigen sind.

Vor kurzem ist  auch die Hoffnung geplatzt, dass der künftige Betreiber des städtischen Hafens am Fischerdamm eins oder beide Schiffe übernimmt. Zwar ist die Ausschreibung inzwischen gelaufen und die Stadt ist zuversichtlich, dass der Zuschlag für einem heimischen Interessenten bald fällt, aber der hat  definitiv ausgeschlossen, den verbliebenen Teil der Eldeflotte zu kaufen.  Für die je 15 000 Euro teuren Ausflugsschiffe, die noch vor Jahren weit höher bewertet worden sind, liegen der AWG zwei Gebote vor. „Sollten die Interessenten den Zuschlag bekommen, muss sich die Region von den Schiffen verabschieden“, befürchtet Norbert Karsten. Freuen würde man sich, wenn quasi in letzter Minute noch ein heimischer Interessent sein Angebot in die Waagschale wirft.

Zur Eldeflotte, die in den 1990er Jahren im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen von Mitarbeitern der ABS-Parchim aus früheren DDR-Polizeibooten entstand, gehörten vier Schiffe. Neben den Ausflugsbooten „Elde-Queen“ und „Räuber Vieting“, die vorwiegend für Gruppenfahrten auf der Elde genutzt wurden, gab es  das Jugendboot „Harmonie“ und ein Umweltschiff „Eisvogel“. Die Vorzeigeprojekte fanden überregional viel Anerkennung. Aufgrund von fehlenden finanziellen Zuschüssen wurden zwischenzeitlich zwei Boote an private Eigner verkauft. „Es gehört einfach nicht zu den Aufgaben einer AWG, Schiffe zu betreiben“, wirbt Norbert Karsten für Verständnis.

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