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Parchimer Zeitung

24. November 2017 | 18:05 Uhr

Parchim : Vaters Rezepturen gelten bis heute

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Familie Pöcker begeht in diesen Tagen ihr 30-jähriges Parchim-Jubiläum / Fleischermeister vermarktet auch Wildbret aus eigenem Jagdrevier

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erstellt am 08.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Familie Pöcker in Geburtstagsstimmung: Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen feiert in diesem Monat 30-jähriges Parchim-Jubiläum. 1986 zog es Klaus und Evamarie Pöcker von Sachsen nach Mecklenburg. In der Eldestadt übernahmen sie die in der Straße des Friedens (heute Lange Straße) ansässige Fleischerei Bergmann. Neueröffnung war am 14. April 1986.

Sohn Axel Pöcker, der seit dem 1. Juli 2000 die Geschicke des Unternehmens lenkt und leitet, war bei seiner Ankunft in Parchim 16 Jahre jung und brachte sehr genaue Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft mit: „Für mich war schon in der sechsten Klasse klar, dass ich eines Tages ebenfalls in diesem Metier tätig sein werde.“ Sein Handwerk lernte Axel Pöcker von 1987 bis 1989 in Neustadt-Glewe. Nachdem er anschließend für anderthalb Jahre in Hamburg und Baden-Württemberg verschiedenen Meistern der Zunft über die Schulter geschaut hatte, nahm er 1993 die eigene Meisterausbildung in Angriff: Das dreimonatige knallharte Direktstudium absolvierte er an der renommierten Fleischerfachschule in Frankfurt am Main, die weit über Deutschland hinaus einen exzellenten Ruf genießt.

Bis in die jüngere Vergangenheit haben Pöckers in ihrer Parchimer Zeit selbst in jedem Jahr mindestens einem Lehrling das Rüstzeug für den Beruf vermittelt. Zu ihnen gehört auch Christian Fiedler, der von 2001 bis 2004 seine Ausbildung in dem Fachbetrieb machte und heute als Geselle die rechte Hand des Chefs ist. Dass sein Arbeitstag gewöhnlich um 6 Uhr, vor den Festtagen nicht selten schon ab 4 Uhr beginnt, stört den 32-Jährigen nicht. Im Gegenteil: „Ich bin ohnehin Frühaufsteher und schaffe so mehr.“ Außerdem gibt ihm diese Arbeitszeit den erhofften Freiraum für sein Engagement in der DRK-Bereitschaft, für die er allein im vergangenen Jahr rund 1000 Stunden ehrenamtlich im Einsatz war.

Mit Axel Pöcker und seiner Frau Birte, einer gelernten Fleischfachverkäuferin, sind heute insgesamt acht Mitarbeiter in der Produktion am Stammbetrieb in der Langen Straße 3, im Hauptgeschäft am Ziegenmarkt, in der Filiale am Weststadt Markt sowie im Partyservice, der ein wichtiges Standbein des Unternehmens bildet, tätig. „Ich kann mich auf meine Leute hundertprozentig verlassen“, ist der Fleischermeister stolz auf sein Team. Als langjährigste Mitarbeiterin bei Pöckers leistet Estrid Holm bereits seit 24 Jahren treue Dienste und ist der Firma immer noch mit viel Berufsfreude verbunden, obwohl sie bereits offiziell Rentnerin ist. In der Produktion setzt Axel Pöcker ganz klar auf bewährte Familienrezepte: Die Rezepturen seines Vaters sind bis heute – leicht angepasst auf den Geschmack der Mecklenburger – heilig. Mit der Vermarktung von Wildbret aus dem nicht mal 20 Kilometer entfernten eigenen Jagdrevier bzw. geliefert von der Parchimer Stadtforst hat sich der Fleischermeister und passionierte Jäger einen Namen in der Region gemacht. Und das nicht nur bei den Kunden, von denen sich einige beim Kauf des Weihnachtsbratens direkt fürs nächste Jahr vormerken lassen. Axel Pöcker lässt seine Produkte regelmäßig bei Qualitätswettbewerben, meist im Rahmen von Fachmessen, von unabhängigen Gutachtern bewerten. Gold wert ist zum Beispiel seine Grobe Leberwurst: Sie erreichte vor zwölf Monaten bei einer solchen Prüfung die höchst mögliche Punktzahl für Geruch, Geschmack und Konsistenz und damit in allen Kategorien.

Als in der Stadt ansässiger Familienbetrieb ist es Pöckers immer ein erklärtes Anliegen gewesen, Lobbyarbeit für das Handwerk und den Mittelstand zu leisten, der sich in Zeiten von industrieller Massenproduktion und Preisschlachten der Supermärkte täglich aufs Neue am Markt behaupten muss. Axel Pöcker war viele Jahre Landeslehrlingswart sowie Prüfungsleiter für Fleischergesellen und wirkt bis heute im Prüfungsausschuss für FleischfachverkäuferInnen mit. Zu Beginn des vergangenen Jahres trat er die Nachfolge seines inzwischen 80-jährigen Vaters als Obermeister für die Fleischerinnung Parchim an.

Das 30-jährige Parchim-Jubiläum wird ab 12. April zwei Wochen am Stück gebührend gefeiert: mit besonderen Angeboten für die Kunden, einem offiziellen Empfang für Geschäftspartner und Freunde sowie einer Jubiläumstombola. Glückspilze können sich Hoffnung auf Gutscheine beim Schätzwettbewerb machen. Die XXL-Schlackwürste, deren Gewicht gefragt ist, sind in den Geschäften am Ziegenmarkt und im Weststadt-Markt ausgestellt.
 

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