Landkreis Ludwigslust-Parchim : Väter mit Millionen im Minus

Säumige Väter schulden dem Kreis viel Geld.
Säumige Väter schulden dem Kreis viel Geld.

Landkreis muss für Unterhalt in Vorleistung gehen.

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25. Mai 2017, 21:00 Uhr

Auch wenn die Herren der Schöpfung gestern gefeiert haben, angesichts säumiger Väter kommt auch der Kämmerer des Landkreises in Katerstimmung. Mit fast zehn Millionen Euro für nicht geleistete Unterhaltszahlungen stehen die Väter in der Kreide. Die Zahl wurde jetzt bekannt, nachgebohrt hatte die Kreistagsfraktion Umwelt, Piraten, Freie Wähler.

Allein im vergangenen Jahr zahlte der Landkreis Unterhaltsvorschüsse in Höhe von drei Millionen Euro, teilt Wolfgang Schmülling, 1. Stellvertreter des Landrats, als Antwort auf die Anfrage mit. Damit blieben die Väter von 1542 Kindern im Alter bis zu elf Jahren ihre Unterhaltszahlungen schuldig.

Dabei bekommt der Landkreis nur einen geringen Teil des Geldes überhaupt zurück. Schmülling: „Von dem gewährten Beitrag wurden 26,18 Prozent von den Unterhaltspflichtigen wieder eingetrieben. Dies entspricht einem Betrag in Höhe von insgesamt 799 166,40 Euro. Der Landesdurchschnitt in Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 19,93 Prozent, so dass der Landkreis Ludwigslust-Parchim im Vergleich zu den anderen Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern den zweiten Platz belegt.“

Die Wohnorte der säumigen Väter verteilen sich übrigens auf das gesamte Bundesgebiet und vereinzelt sogar auf das Ausland. Die insgesamt offenen Forderungen belaufen sich mittlerweile auf fast zehn Millionen Euro.

Die Alimente stehen nicht dem Ex-Partner, sondern dem Kind zu. Zahlt der Unterhaltspflichtige nicht, springt der Landkreis ein. Die Zahlung ist aber nur eine Vorleistung. Das Jugendamt ist verpflichtet, die vorgestreckten Unterhaltsleistungen wieder einzutreiben. Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich nach dem Alter der Kinder und beträgt seit dem 1. Januar 2017 monatlich für Kinder bis 5 Jahre 150 Euro, für Kinder von 6 bis 11 Jahre 201 Euro. Unterhaltsvorschuss erhalten Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder keinen regelmäßigen Unterhalt von dem anderen Elternteil erhalten.

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