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Plau am See : Urlaubsparadies setzt (Sommer-)Segel

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Nach einem super Start ins Jahr erlebten Plaus Tourismusanbieter um Ostern herum eine nicht geahnte Talfahrt. Schuld war der lange Winter. Gäste, die im Frühjahr immer nach Plau kommen, blieben weg.

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erstellt am 06.Jun.2013 | 11:52 Uhr

Plau Am See | Nach einem super Start ins Jahr, der vielleicht gar nicht besser hätte sein können, erlebten Plaus Tourismusanbieter um Ostern herum eine nicht geahnte Talfahrt. "Ich will nicht behaupten, dass wir in den ersten drei Monaten eine überragende Belegung hatten. Zumindest aber war sie sehr gut", sagt Michael Wufka, Geschäftsführer der Tourist-Info GmbH Plau am See. Ernüchterung hätte dann der viel zu lang anhaltende Winter gebracht: Gäste, mit denen die Plauer im Frühjahr normalerweise immer rechnen können, waren weggeblieben. "Gerade wenn ich an das Ostergeschäft oder die Zeit zwischen den Maifeiertagen denke, an denen bei uns sonst immer eine Menge Nachfragen und Buchungen eingehen, muss ich sagen, wir hatten definitiv schon besser Jahre", so Michael Wufka.

Doch auch in Plau, wo die reguläre Saison im Mai beginnt und erst im September schließt, wird erst am Schluss abgerechnet. Vor dem kommt noch das Kernstück des "Geschäftes", der Sommer. Auf den setzen die Plauer Hotelliers, Gastronomen, Privatvermieter und Freizeitanbieter jetzt all ihre Hoffnungen. Auch Wufka: "Wegen der vielen Voranfragen und Vorbuchungen sind wir diesbezüglich sehr zuversichtlich. Dennoch bleibt abzuwarten, ob sich das Defizit der unterdurchschnittlichen Frühjahrsbelegung in der Saison noch auffangen lässt."

Nicht nur die Launen der Natur, die niemand beherrschen oder beeinflussen kann, entscheiden über gute oder schlechte Saison. Nein. Vor allem in den letzten Jahren entwickelt sich der "Urlaubsmarkt" des Luftkurortes in eine neue Richtung: Immer mehr Quartiere, vor allem aus dem Pool der Privatvermieter, drängen auf den Markt. Wurden 2008 noch 525 private Ferienwohnungen gezählt, waren es 2012 bereits 707. Das ist Marktwirtschaft. "Das Problem, was wir aber sehen und was uns die jährliche Statistik auch bewusst macht, ist der Umstand, dass die Gäste- und Übernachtungszahlen nicht im gleichen Maße gestiegen sind", so Wufka. Der Geschäftsführer, selbst erst seit November 2010 im Amt, weiß, noch vor wenigen Jahren kamen sechs Gäste auf sieben Betten. Heute sind es immer noch sechs Gäste aber bereits zehn Betten. Und das bedeutet, fast jedes zweite Bett bleibt leer. "Plau liegt in der Auslastung zwar noch über 40 Prozent und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von zuletzt etwa 30 Prozent. Dennoch ist das natürlich eine Entwicklung, die wir nicht aus den Augen verlieren sollten", warnt Wufka. "Wir müssen den Überangebotstrend im Auge behalten, um drohenden Preisverfall zu verhindern", sagte Plaus Bürgermeister Norbert Reier schon beim Plauer Tourismustag Ende Februar. Spätestens seit damals haben auch die Ausschüsse der Stadtvertretung ein Auge darauf und suchen nach zielführenden Strategien.

Dass es Entwicklungen gibt, die nicht mehr viel mit dem Anspruch "Tourismusland Nr. 1" zu tun haben, zeigt der Blick an die Ostsee. Im Zuge jüngerer Städtesanierungen ist der Anteil an Gästebetten mancherorts auf 90 bis sogar 95 Prozent gewachsen. Mit dem Ergebnis, dass diese Orte im Winter nahezu verwaist sind. Das Land, weiß Michael Wufka, strenge momentan Studien an, um die Situation in der Tourismusbranche landesweit zu eruieren. Inwieweit Schlussfolgerungen eventuell auch für den Standort Plau am See zum Tragen kommen, bliebe abzuwarten.

Überlegungen, wie die Tourismusbranche in den kommenden Jahren gästemäßig weiter zulegen kann, gibt es aber auch am "Tor zur Müritz" seit Jahren. Hier arbeiten die Stadt, die Tourist-Info und die Unternehmen (längst unter dem Dach des Verkehrsvereins) zusammen. "Besser geht immer", sagt Michael Wufka, der weiß, dass sich Zuwächse nicht einfach so von den Bäumen schütteln lassen. "Doch ich denke, dass wir hier in Plau schon sehr gut aufgestellt sind. Denn auf der einen Seite haben wir eine starke Unternehmerbasis; auf der anderen Seite ist da die Stadt, die den Tourismus befördert. Und wir haben ein gesundes Marketing."

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