Parchim : Urlaubern sind Stadtgrenzen egal

Mieke Lancée (l.), die eigentlich aus Holland stammt und nun in Aachen lebt, bekommt von Marion Maaß viele Tipps und Infos für einen erlebnisreichen Tag in Parchim.
Mieke Lancée (l.), die eigentlich aus Holland stammt und nun in Aachen lebt, bekommt von Marion Maaß viele Tipps und Infos für einen erlebnisreichen Tag in Parchim.

Grünes Licht für erstes Tourismuskonzept der Kreisstadt. Impulse „Erlebnisregion Parchim“. Förderung durch EU-Leaderprogramm

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15. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Die Erkenntnis ist nicht neu: Tourismus kennt keine (Stadt)-Grenzen. Neu ist in der Kreisstadt allerdings die Absicht, mit einem Konzept unter dem Titel „Tourismus-Erlebnisregion Parchim“ dem Stadttourismus einen deutlichen Impuls zu geben. Die Stadtvertreter haben auf ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht für die Entwicklung eines entsprechenden Konzeptes gegeben. Anhängig ist dies allerdings von der signalisierten finanziellen Förderung durch die Leader-Aktionsgruppe, die Mittel der EU verteilt (wir berichteten).

In den zurückliegenden Wochen wurde über dieses Vorhaben in den Fachausschüssen intensiv diskutiert. „Uns ist wichtig, dass wir in dieser Frage über die Stadtgrenzen hinaus schauen“, stellt der Fraktionsvorsitzende Eckhard Büsch (SPD/Grüne) klar. Die Chance sei derzeit besonders günstig, weil die Stadt nur mit rund 9000 Euro für ein aufwendiges Konzept im Boot sei und den größten Brocken die Leader-Aktionsgruppe zur Verfügung stellt.

Jürgen Gärtner, Stadtvertreter (SPD/Grüne), mahnt an, dass endlich alle an einem Strang ziehen müssten. Als leidenschaftlicher Radfahrer hat er konkrete Beispiele parat. So sei der Elde-Müritz-Radweg (rund 400 Kilometer), der auch das Parchimer Land und die Ruhner Berge berührt zwar in Top-Zustand, aber mit schmerzlichen Einschränkungen. Zwischen den Ruhner Bergen, Leppin und dem Parchimer Ortsteil Slate müssen Radler Schlammpisten hinnehmen. „Die einzelnen Kommunen sind mit dem Ausbau und der Unterhaltung von Radwegen oft überfordert. Der Kreis sollte helfen“, fordert Jürgen Gärtner. In der Kreisstadt sehe es nicht anders aus. Der beliebte Seenradweg von Lüneburg bis Wolgast führt mitten durch Parchim, die Lange Straße als Herz der Altstadt. „Dieser Abschnitt ist wenig fahrradfreundlich. Wir müssen mehr tun auch in Hinblick auf die geplante Fahrradstation am Mönchhof. Ich wünsche mir von den Verantwortlichen nicht Hinweise, was hier nicht geht, sondern wie wir es lösen können“, gibt sich Jürgen Gärtner entschlossen. Stadtpräsidentin Ilka Rohr gibt zu bedenken, dass im Nachbarland Brandenburg die touristische Zusammenarbeit längst besser klappt. Die Vernetzung von touristischen Angeboten in der Region steht im Konzept, das federführend von Wirtschaftsförderin Anja Bollmohr erarbeitet wurde, im Mittelpunkt. „Mit dem Projekt sollen Problemstellungen, wie die fehlende touristische Strategie in Parchim sowie die optimierungsbedürftige nachhaltige Vernetzung über die Stadt- und Altkreisgrenzen hinaus bearbeitet werden“, heißt es in dem Papier. Am Ende geht es darum „positive wirtschaftliche Effekte“ zu erzielen. In der Leader-Aktionsgruppe fand der Antrag offene Ohren. Bei Zustimmung durch die Bewilligungsbehörde kann Parchim mit einer 80-prozentigen Förderung für ein Tourismuskonzept rechnen. Es biete sich die Möglichkeit, natur- und gesundheitsgebundenen Tourismus sowie Kultur- und Städtetourismus zu verknüpfen. Die Region zwischen Ludwigslust und Plau biete beste Voraussetzungen.

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