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Parchimer Zeitung

18. Dezember 2017 | 00:30 Uhr

Pingelhof : Uralt-Motor zum Laufen gebracht

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Technikfreaks setzen Pingels Benzolmotor nach jahrelangem Stillstand wieder in Gang. Zum Erntefest in Aktion zu erleben.

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die Spannung steigt. Nachdem Hans Wilke noch einmal den Ölstand kontrolliert und Heinz Pingel mit einem Lappen die Außenhülle liebevoll poliert hat, ist der so lange erwartete Moment gekommen. Erwartungsvoll schauen Hermann Freude, Carsten Schwarz und Hans-Werner Beck zu, wie Heinz Pingel das rund 1,40 Meter große Schwungrad ergreift und mit Manneskraft in Bewegung versetzt. Nach vier, fünf Runden ertönt ein feines Echo. „Er läuft!“; freuen sich die Männer wie Kinder. Jahrelang hatte der Motorenveteran mit Baujahr 1905 keinen Ton mehr von sich gegeben. „Es ist eine ganz besondere Maschine. Dieser Benzolmotor gehörte der Familie Pingel, der der Hof bis Mitte der 1980er Jahre gehörte“, so Hermann Freude. Damals hat er sich als LPG-Vorsitzender für den Erhalt der einmaligen Hofanlage eingesetzt. Noch immer ist er im Pingelhofförderverein aktiv. „Es war für uns keine Frage, dass diese historisch wertvolle Technik auch wieder in Funktion zu erleben sein sollte“, betont Carsten Schwarz. Mit Hans Wilke und Heinz Pingel fand der frühere Chef der ABS Parchim Mitstreiter, die sich der Sache annahmen.

Die Technik ist robust, aber in die Jahre gekommen. Da musste beispielsweise ein neuer Zündmagnet her. Experte Rainer Dabers aus Altentreptow, der sich mit Uralttechnik bestens auskennt, hat das wichtige Bauteil originalgetreu nachgebaut.

Jedes Teil am Benzolmotor ist auch eine Augenweide. Die Metallräder stammen von der Daimler Motorengesellschaft, Drehzahlbegrenzer, Kolben und Zylinder sind Originale. Mit diesem Motor wurde bei Pingels ein Dreschkasten über Riemen angetrieben. Das war für damalige Zeiten sehr fortschrittlich“, so Hermann Freude. Beim bevorstehenden Erntefest am 10. September ist es dann soweit: Der Motor soll eine Schrotmühle, die ebenfalls zum Bestand des Museums gehört antreiben. Hans Wilke und Heinz Pingel werden als ehrenamtliche Maschinenführer dann sicher viele Fragen zu beantworten haben.  

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