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Parchimer Zeitung

18. November 2017 | 07:49 Uhr

Parchim : Unsitte: Mit dem Rad auf Gehwegen

vom

Drastisch sind die Verwarngelder in diesem Monat für Radfahrer gestiegen. Am Verhalten einiger Pedalritter in Parchim hat das nichts geändert. Unverbesserliche fahren weiter auf den Gehwegen der Kreisstadt.

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erstellt am 19.Apr.2013 | 05:59 Uhr

Parchim | Drastisch sind die Verwarngelder in diesem Monat für Radfahrer gestiegen. Am Verhalten einiger Pedalritter in Parchim hat das nichts geändert. Unverbesserliche fahren weiter auf den Gehwegen der Kreisstadt. Obwohl sie damit ein Verwarngeld zwischen zehn und 20 Euro riskieren. Früher lagen die Strafen bei der Hälfte: fünf bis zehn Euro.

Waldemar Skrocki, Leiter des Polizeihauptreviers in Parchim, wünscht sich, dass die Erhöhung der Verwarngelder dazu beiträgt, dass sich die Radfahrer verkehrskonformer verhalten. Er sagt aber auch: "Wer glaubt, eine Erhöhung des Verwarngeldes zieht automatisch eine Erhöhung der Verkehrskontrollen nach sich, hat sich geirrt. Das wäre Abzocke."

"Wir werden nach wie vor auf Verstöße bei Radfahrern achten", so der Polizeichef. "So wie es die Lage und die Kräfte zulassen." Die Polizei führe fast täglich Verkehrskontrollen durch. Schwerpunkt seien aber Pkw und Lkw. Radfahrer in der Kreisstadt seien zum Glück vergleichsweise in relativ wenige Unfälle verwickelt. Das habe wohl auch damit zu tun, vermutet Skrocki, dass viele Autofahrer darauf eingestellt sind, dass sich etliche Radfahrer nicht an die Regeln halten. Zu den Verkehrssündern auf dem Rad sagt der Polizeichef: Entweder wollen sie nicht, können sie nicht, oder sie wissen es nicht besser. Das betrifft insbesondere das Fahren auf dem Bürgersteig. Der Polizist hat es selbst erlebt, dass er in Uniform auf dem Gehweg ging, ein Radfahrer auf ihn zu kam, noch im letzten Moment mit dem Vorderrad zwischen Skrockis Beinen stoppte und den Fußgänger in Uniform anschnauzte, dass er nicht aufgepasst habe.

Einige Radfahrer erklärten gegenüber unserer Zeitung, dass es zu gefährlich sei, auf der Straße zu fahren. Wegen der Autos und des holprigen Pflasters.

Auf einigen Radwegen kommt man inzwischen recht gut bis in die Nähe des Zentrums, so die Einschätzung des Polizeichefs. Aber unmittelbar im Parchimer Zentrum gibt es diese Wege nicht. So hören die Polizisten auch von Radfahrern, dass sie gezwungen sind, auf dem Gehweg zu fahren. Es gebe immer wieder Diskussionen, sagt Skrocki. "Wenn wir dann ein Verwarngeld ankündigen, werden wir schief angeguckt.

Es gibt viele Ecken in Parchim, wo sich die Radfahrer bewusst oder unbewusst nicht an die Regeln halten. Beispielsweise in der Langen Straße. Sie ist verkehrsberuhigt. Das bedeutet: Alle sind gleichberechtigt mit den Fußgängern. Und auch für die Radfahrer gilt Schrittgeschwindigkeit. Das bedeutet Tempo Sieben, was allerdings für Auto- und Radfahrer kaum zu realisieren ist. Verstöße gibt es z. B. auch immer wieder in der Wallallee. Hier halten sich etliche Radler nicht daran, dass sie nur den Weg auf der rechten Seite in Fahrtrichtung nutzen dürfen.

Weiteres Beispiel: Lindenstraße. Diese Einbahnstraße darf nur in Richtung Goethe-Schule befahren werden. Nach Schulschluss wird das aber von etlichen Radfahrern ignoriert, die widerrechtlich Richtung Stadt unterwegs sind. Zu beobachten ist in Parchim auch immer wieder, dass Radfahrer widerrechtlich über Fußgängerüberwege fahren, wo sie eigentlich ihren Drahtesel nur schieben dürften.

Ein Radfahrer, der auf dem Gehweg fährt, darf nicht nur von der Polizei angehalten werden, so Skrocki. Ebenso könnten die Politessen, also Angestellte der Stadt, ihn stoppen und zur Verantwortung ziehen. Die Polizei geht das Problem parallel langfristig an - durch ihre Präventionsarbeit mit Kindern in Schulen und Kindergärten.

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